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Rundmail aus Denver - Nr. 43 PDF Print E-mail
Friday, 13 November 1998

Hallo aus der Luft!

Es ist wieder ein Wochenende und die heutige Rundmail erreicht Euch aus dem Flugzeug von United Airlines. Was die moderne Technik, sowie ein altes Macintosh Powerbook 145B mit einem eingebauten Modem nicht alles hinbekommt...

Zu den Themen:

 


 

  • Die Wahlen
  • Die etwas anderen Wahlen
  • Das Buch
  • Der unmögliche Hund
  • Alles zu groß
  • Thema Familie
  • Die Leserbriefe
  • Und sonst noch


 

Die Wahlen

Es ist vorbei. Was? Ich meine die lästigen Emails aus dem Hause Tögel mit dem Aufruf zur Wahl.

Nein - nicht die Wahl zum Bundeskanzler! Für die Frischlinge hier: Wir wurden in den vergangenen Wochen bei Cool Site und Focus für die beste Web Site nominiert. Und da wir gerne auch Eure Stimme bekommen wollten, sind wir in den Wahlkampf gezogen. Und das Ergebnis ist niederschmetternd.

Wir sind bei beiden Wahlen nur auf Platz 2 gekommen. Und für diese Stimmen möchten wir uns bei Euch erst einmal bedanken! Während der Wahl haben wir etliche Emails von Euch erhalten, die uns fragten was wir denn für die Wahl erhalten.

Bei Focus belohnte man uns mit dem Hauptgewinn - ein Buch über Web Design.

Bei der Cool Site (eine Web Site, die jede Woche die beste Web Site kürt) belohnte man uns mit einer Verlängerung der Wahl. Das Wahlscript stürzte nämlich in der ersten Woche ab und damit gingen alle Stimmen verloren. Alles in allem erschien uns die Wahl bei bei Cool Site eh nur wie eine Werbung für deren Site. Anscheinend erhielten die Tögels dort sogar an einem Tag mehr Stimmen, wie die Cool Site an sich.


 

Die etwas anderen Wahlen

Na, was sagt Ihr zu unseren Wahlen in den USA? Ist dies nicht das Land der unbegrenzten Möglichkeiten? Oder können es in Deutschland auch noch Wrestling Kämpfer zu einem bedeutenden Amt im Staate bringen?

Gouverneur
Gouverneur oder Wrestling Champ?

Hier ist es auf jeden Fall letzte Woche passiert. Ein ehemaliger Wrestling Star wurde Gouverneur. Und zusätzlich haben die Republikaner eine Schlappe erlitten. Diese Schlappe macht ein erfolgreiches Amtenthebungsverfahren gegen Bill Clinton fast unmöglich. Tja, wer im Glashaus sitzt sollte nicht mit Steinen werfen, oder wie die Bibel schon sagt:" Wer ohne Sünde ist werfe den ersten Stein!"

Hier in Denver haben wir dafür einen neuen Gouverneur. Bill Owens heisst er und er hat die Konkurrenz (übrigens eine Frau) nur mit ca. 7000 Stimmen geschlagen. Hier kann man doch sehen, dass es sich lohnt zur Wahl gehen. Hier ist nämlich selbst die Stimme meiner Frau genauso viel wert, wie die von Bill Gates, Steve Jobs oder Bill Clinton.

Und der neue Gouverneur will jetzt auch gleich unsere kleine 8 spurige Schnellstrasse I-25 mit weiteren Spuren versorgen. Ich glaube die letzten Naturschützer wurden in Colorado von den Cowboys erschossen. Oder sie haben sich in dem grossen Amerika in den Bergen verloren. Dort sollen ja noch welche gesichtet worden sein, als sie ein paar Häuser eines Skigebietes (Vail) anzündeten. Der Terrorismus bekämpft den Tourismus. Dass Terroristen immer noch nicht gelernt haben, dass man mit Terror nichts erreicht? Aber was soll man von Terroristen erwarten, wenn die Politiker uns anlügen und uns im Wahlkampf mit Negativ Kampagnen umwerben. Oder sind das etwa die Dinge, wofür wir Politiker bezahlen? Ach, ich vergass - in den USA haben wir ja dafür Sponsoren... ;-)


 

Das Buch

Hier fällt uns ein Stein vom Herzen. Meiner Frau - die alles immer Korrektur liest, sowie mir - dem Co-Author eines Buches zum Thema E-Commerce.

Eva Pawlowitz
Eva Pawlowitz und ihre letzte Zigarette in Denver?

Geschrieben habe ich das Buch zusammen mit Eva Pawlowitz, meiner ehemaligen Chefin meiner derzeitigen Firma. Sie verließ die Firma (nach einer Art Duell) am "Boss-Tag". Der Boss-Tag ist der Tag, an dem der Angestellte besonders nett zu seinem Chef sein soll.

In einem Teil des Buches habe ich zum Beispiel Fallstudien zu Web Sites erstellt. Dabei hat mich zumindest sehr erstaunt, wie Banken überhaupt behaupten, sie würden On-line Banking machen. Bei der Bank24 wird zum Beispiel von einem potentiellen Neukunden immer noch erwartet, dass er sich die Formulare auf dem eigenen Drucker ausdruckt, sie unterschreibt um sie dann via Schneckenpost an die Weiterverarbeitungsstelle der Bank zu schicken. Irgendwie scheinen die dt. Banken das Thema "On-Line" noch nicht zu verstehen.

Bei dem deutschen Versandhaus Quelle konnte man übrigens Artikel bestellen, obwohl mein angegebenes Geburtsdatum in der Zukunft lag. Das nenne ich zukunftsorientiert...


 

Der unmögliche Hund

Wenn ich es nicht besser wüsste, würde ich behaupten, dass wir ihn nur haben, damit wir mehr Geschichten für die Web Site bekommen. In Wirklichkeit haben wir in Schnuffi den optimalen Entrümpler und Müllentsorger gefunden.

Diese Woche fielen die folgenden Dinge dem Biest mit den grossen Schlappohren zum Opfer:

  • 10 neue, frische, schwarze Herrensocken. Löcher die nicht von meinen Zehen stammen.
  • 2 alte, gar nicht frische, schwarze Herrensocken. Dabei fehlte nach der Attacke die komplette "Sohle" der Socken.
  • 6 Unterhosen der Kinder wurden einfach aufgefressen.
  • Der Beifahrersitz - er wurde vom Hund vor lauter Freude getauft.

Doch da jede Reaktion eine Gegenreaktion fordert, hat der Hund es auch nicht so einfach. So wird er zum Beispiel von Holly gerne an den Schlappohren über den Küchenboden gezogen (Ein Hinweis: Bitte macht diese Dinge nicht zu Hause nach. In unserem Fall wird diese Tat von professionellen Schlappohrziehern ausgeführt!). Jamie dagegen meint, dass sich der Hund freut, wenn man ihn zum MiniPony umfunktioniert. Und die Mutter des Hauses hat jetzt noch "ein weiteres Kind" zum anschreien. Folgen tut er genauso gut wie unsere Kinder - gar nicht (obwohl die Ohren viel grösser sind).


 

Alles zu groß

Es ist doch ein Wahnsinn. Wo man hier hingeht wird alles grösser. Ich spreche nicht von meinen Klamotten, ich spreche von dem Leben um uns herum.

Geht man in den USA zu McDonalds, dann gibt es da kein kleines Cola mehr (Im Vergleich ist ein mittelgrosses US Cola so groß wie ein "Machs Maxi" in Deutschland). Man kann es aber zusammen mit Pommes extra groß bekommen. Banken und Automobilunternehmen fusionieren, um noch grösser zu werden. Kleine Softwarefirmen versuchen grössere Softwareunternehmen zu kaufen. Filmhits wie Titanic und Gozilla leben von der Grösse der Kulissen und Frauen versuchen mit Silicon ihre Körper zu vergrössern (anm. d. Ehefrau: Ganz zu schweigen von Viagra).

Doch wann ist groß, groß genug? Müssen wir Cola trinken bis es uns schlecht wird? Müssen Männer ohne Bauch sich Siliconeinsätze geben lassen (Ich habe schon einen...der aber aus Schokolade besteht), oder sind grosse Beamtenapparate der Wunschtraum des Bürgers? Sicherlich nicht, doch ich bin inzwischen an einem Punkt angekommen, wo "klein" auch Mal wieder schön wäre. Ich möchte einmal wieder nur ein kleines Eis, eine kleine Cola sowie ein kleine Einkaufsrechnung.

Denn das wichtige beim Thema "Groß oder Klein" ist doch nur, wie groß unsere Phantasie ist. Die Phantasie sollte groß sein, ein "Nein" sollte es eigentlich nicht geben, und wenn etwas einmal unmöglich ist, dann kann es möglich werden.

Auch Europa könnte das Land der unbegrenzten Möglichkeit werden, es muss nur jeder mit ganzem Herzen dabei sein. Es reicht nicht, wenn man nur in die Richtung Amerika schaut und die Möglichkeiten dort unbegrenzt findet. Auch ohne eine Green Card (die übrigens bei mir rosa ist), kann man mit einem Willen und Gottes Hilfe ein wunderbares und erfülltes Leben haben. Und deshalb schliessen wir es auch nicht aus, dass wir irgendwann einmal zurückkehren.


 

Thema Familie

Wie wichtig ist für Euch die Familie? Für mich wird sie jeden Tag wichtiger. Warum? Ich erfahre gerade einmal wieder, dass ein Job nie die Geborgenheit einer Familie ersetzen kann.

Nachdem sich in der letzten Zeit wieder die Anfragen häufen, was wir von Deutschland am meisten vermissen, und was am wenigsten, hier ist unsere aktuelle Top 10, basierend auf aktuellen Erfahrungen:

Top 10 Dinge die ich nicht vermisse:

  • Eine Fahrt mit dem Auto von Stuttgart nach Frankfurt, die 3,5 Stunden braucht.
  • Staumeldungen, die länger als 1 Minute dauern.
  • Naturschützer, die gegen den Autobahnausbau sind.
  • Wetter, das aus Nebel und Regen besteht.
  • Unbrauchbare Flughäfen wie in Stuttgart und Frankfurt.
  • Aussprüche von Servicepersonal wie "Das geht nicht".
  • Frosch Schutzzonen
  • Deutsche Mütter
  • Müll sortieren und dann noch einen Haufen bezahlen.

Top 10 Dinge, die wir sehr wohl vermissen:

  • Omas und Opas
  • Omas und Opas
  • Brüder
  • Cousinen und Vettern
  • Schokolade
  • Freunde
  • Laugenbrezeln
  • Gulaschsuppe bei Muttern
  • Kaffeekränzchen bei Schwiegermuttern
  • Da fiel uns leider nix mehr ein, sorry!

Bleiben wir halt noch eine Weile hier. Und da wir sehr wahrscheinlich dieses Jahr zu Weihnachten hier allein (schluchz) sein werden haben wir beschlossen, unsere Weihnachtswunschliste hier zu veröffentlichen.

Peter's Wünschelliste

  • Jeden Abend ein warmes Abendessen, bestehend aus Fleisch, Schokolade, Eis, Mozart Kugeln und Fleisch.
  • Einen Job, der wieder Sinn macht.
  • Ein Land, das alle Vorteile von Deutschland mit allen Vorteilen von Amerika kombiniert.
  • Einen Maulkorb für das Socken fressende Monster im Haus

Peter Tögel
Peter Tögel als pennender Weihnachtsbaum

Conni's Wünschelliste

  • Einen selbstreinigenden Küchenboden.
  • Eine Fernbedienung um die Kinder auszuschalten.
  • Eine einsame Insel zum Wohnen.
  • Eine Gehirnwäsche (muss toll sein, nicht zu wissen wer man ist, dann können die hier "Mama" schreien so viel sie wollen).
  • 10 Snuffies - dann muss man nicht mehr Wäsche waschen.

Jamie's Wünschelliste

  • Eine Schwester, die sich bereitwillig von ihren tollen Spielsachen trennt.
  • Einen querschnittsgelähmten Snuffy (damit er sich nicht mehr gegen sie wehren kann).
  • Tiere, Tiere, Tiere.
  • Ein Spielzimmer, das sich von selbst aufräumt.

Jamie-Lee
Jamie-Lee und ihr erstes "School picture"

Holly's Wünschelliste

  • Eine grosse Schwester ohne Hiebe
  • Eine Verwandlung in Dornröschen
  • Einen dazugehörigen Prinzen, der sie dann wachküsst
  • Dazu gehört natürlich auch die passende "Sleeping Beauty" Musik


 

Die Leserbriefe

Da wir natürlich tausende Leserbriefe zu unserer Familienhomepage bekommen, wollen wir uns heute einmal wieder Zeit nehmen, Eure Fragen zu beantworten:

E-Mail Nr.1

    Hallo Familienvater Tögel,

    gerade habe ich zufällig die interessante Homepage gelesen (suche immer Material fuer meine Studis an der Pädagogischen Fakultät!) und dachte mir, ich könnte mal flink aus Kroatien gratulieren, wenn auch nachträglich. Krehwinkel klingt ja arg nach Nestroy, gibt`s den Ort wirklich?

    Viele liebe Grüsse von Stephanie

Antwort zu E-Mail Nr.1

    Stephanie,

    hmmmmmmmmm,...

    Was kann man denn von unserer Familienhomepage für eine Studie an der der Pädagogischen Fakultät lernen? Zu Deiner Frage: Krehwinkel ist ein Ortsteil der Gemeinde Rudersberg. Die Postleitzahl ist 73635 - sofern ich mich korrekt entsinne....

    Gruß aus Denver,
    Peter - der heute etwas müde Familienvater

 

E-Mail Nr.2

    Liebe Familie Tögel!

    Ich weiss zwar nicht wie Sie zu meiner E-Mail-Adresse gekommen sind, aber ich wäre Ihnen dankbar nicht mehr mit solchem "Ramsch" beliefert zu werden.

    Gruß
    Pirate

Antwort zu E-Mail Nr.2

    Lieber Pirat,

    leider wurde unsere letzte E-Mail unseres Listservers von jemand (morks2% This e-mail address is being protected from spam bots, you need JavaScript enabled to view it ) abgefangen und ohne unsere Genehmigung an tausende Leute im Internet weitergeschickt.

    Sorry!

    Gruß,
    Peter Tögel, der Denver Pirat mit zwei Augen

 

E-Mail Nr.3

    Peter,

    Gibt es bei kräftigen Gewinnen (Focus) auch so etwas wie Dividende für die Aktionäre ?

    Gruß aus dem verregneten Ludwigsburg,
    Benno

Benno Gessler
Benno Gessler mit seinem Wasser

Antwort zu E-Mail Nr.3

    Lieber Benno,

    wir belohnen mit Unmengen von Wasser. Nach der Auskunft von UPS dürfte es gerade in Ludwigsburg ausgeliefert werden...

    Gruß,
    Peter - der Vater ohne Geld

 

So, damit schließen wir für heute unsere Leserbrief Runde. Wollen auch Sie hier Ihren Leserbrief vorfinden, dann senden Sie uns doch eine E-Mail an: This e-mail address is being protected from spam bots, you need JavaScript enabled to view it


Und sonst noch

Wir hatten wieder Halloween in Denver. Das ist die Nacht, an dem Zahlreiche Zahnärzte sich vergnügt die Hände reiben, da die Kids alle Eimerweise Süssigkeiten nach Hause bringen (und natürlich auch essen.). Unsere Kids haben sich drei Tage davon ernährt. Auch wenn das die deutschen Mütter erschauern lässt, den Kids gefällts und ausserdem passiert das bei uns nur einmal im Jahr, dann haben die Kids auch schon wieder die Nase voll davon.

Dieses Jahr bekamen wir nicht so viele kleine Besucher, wie letztes Jahr, dafür waren Teenies von Gegenüber umso skurriler.

Weil Conni zu Hause blieb, solange ich mit den Kids bei den Nachbarn "sammeln" gingen, beschloss sie, sich die Zeit zu vertreiben und ein kleines Attentat auf sich selbst (als Dilbert verkleidet) durchzuführen.

Dead Dilbert
Die Halloween-Maske meiner Frau

 

Ähhh, im "Dead-Dilbert-Kostüm"...

Damit Ihr nicht denkt, daß wir die einzigen Abgedrehten der Familie sind – hier ist ein Beitrag von Martin Scherz & Mike Scherz, die Brüder meiner Frau:

    Frederick kann laufen! Das heisst Treppenlaufen.
    An der Koordination von linkem und rechten Fuß arbeiten wir zwar noch, eigentlich arbeiten wir auch noch ein bisschen an der Geschwindigkeit: es geht noch ein wenig zu schnell, aber sonst gehts. Außer das mit dem vorwärts- rueckwärts, da happerts auch noch; und mit dem Kopfoben oder Kopfunten.

    Eigentlich gehts noch gar nicht so richtig, aber es waren ja auch nicht die Eltern, die das forcieren, und auch nicht Felix. Er wollte selber, und dann ist er ja eigentlich selber Schuld wenns noch nicht so richtig klappt, mit dem laufen.

    Ich an seiner Stelle wäre nicht so mir nix dir nix die Treppe runter, zumindest nicht alleine. Ich hätte um Hilfe geschriehen. (Hat er ja eigentlich auch, nur war er da schon unten, und was gabs da noch zu helfen?)

    Na ja, vielleicht wirds naechste Woche besser.

    mjs

Und hier ist die Antwort von Mike Scherz:

    Vielleicht solltest du deinem Sohn ein bisschen Unterricht in Treppen fliegen geben. Da wuerden sich diese ganzen Feinheiten wie linker Fuss, rechter Fuss, Geländerhalten, usw. erübrigen. Und je nach Treppenhöhe & Aufprallgeschwindigkeit wäre ja auch das Hilfeschreien nicht mehr notwendig...

Ist die ganze Familie nicht ein wenig "wacky"?

 


Bis zum nächsten Mal...

Peter, Conni, Jamie-Lee, Holly und "Wuuuuuuuuuuff"





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