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Home Rundbriefe Rundmail aus Denver - Nr. 36
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Rundmail aus Denver - Nr. 36 |
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Samstag, 4. April 1998 |
Mayonnaise,
es ist jetzt doch schon wieder ein Monat her, seid wir Euch mit der letzten Rundmail eingeschmiert haben. Und da ich (der dicke Tögel) mal wieder für ein Wochenende zwischengelandet bin (In der Formel 1 nennt man das Reifenwechsel) , kommen wir gleich zu den Nachrichten aus der Tögel Welt.
Die Themen:
Hier Da
Hier (P.T.)
New York In New York besuchte ich die Seybold Seminars. Und wie schon im vergangenen Jahr stand auf meinem Namensschild "Peter Toggle". Ich sollte vielleicht meinen Namen ändern.
Eigentlich wollte ich Euch dann noch ein Bild vom Empire State Building herunter machen. Da die Damen und Herren aber so viel Geld für den Aufzug verlangten, habe ich es einfach von unten fotographiert und das Bild herumgedreht. Das Endergebnis dürfte eigentlich dasselbe sein, oder?
Sonst hatte sich in der Stadt eigentlich in den zwei Wochen seit meinem letzten Besuch dort nichts geändert. So bin ich also wieder auf dem Flughafen gelandet.
Hier konnte ich mit Freude ein "First Class Check-In" an einem mit zwei Personen besetzten Lufthansa Schalter mitmachen. Von diesen zwei Personen war allerdings nur eine Person damit beschäftigt, die Schlange abzuarbeiten. Die andere Person versuchte einem Kunden aus Fernost zu erklären, daß es nicht möglich ist, einen Karton in Grösse einer Kuh als Reisekoffer einzuchecken.
Und da die Langeweile beim Warten immer größer wurde, ist mir die folgende Information am Bildschirm aufgefallen...
Ist es nicht schön, daß der Flug von KLM & Northwest (Codesharing = Ein und dasselbe Flugzeug) zu unterschiedlichen Zeiten (23:10 Uhr und 23:11 Uhr) losfliegt? Der hintere Teil des Flugzeugs hebt wahrscheinlich eine Minute später ab. ;-)
Beim anschließenden Check-In wurde mir dann mitgeteilt, daß der Flug anstatt um 21:30 Uhr gegen 23:50 Uhr abfliegen sollte. Die Wartezeit ging weiter...
So wartete ich also in der Flughafenhalle, da die Crew noch nicht da war (ans Gate wollte man uns nicht lassen). Gegen 23:50 Uhr erschien die ausgeruhte Crew dann auch, was den Sicherheitsdienst dazu veranlasste, uns in den Wartebereich zu lassen. Dort traute ich dann meinen Ohren nicht. Da sagte doch die Chef Stewardess der Lufthansa: "Das ist ja die Frechheit. Kaum kommen wir, da lassen die schon die Passagiere auf das Gate." Das nenne ich Kundendienst - man wird errinnert, wie man über die Passagiere denkt. Vielleicht sollte man die Dame einmal daran errinnern, wer ihr das Gehalt zahlt. Das Flugzeug verließ übrigens New York erst gegen 1:00 Uhr morgens.
Hannover Am Mittag ging es dann mit einem Mietauto und 190 Sachen von Frankfurt nach Hannover. Ach, wie ist es doch schön, nach all den Jahren wieder einmal auf der CeBIT in Hannover vorbeizuschauen. Hier sieht man jede Menge Autos auf den Straßen, schlammige Parkplätze die DM 8.- kosten, Technik für jede Menge Geld, aber auch jede Menge nette Leute.
Die einen findet man schon am Morgen mit einem Sektglas in der Hand (Anke erholte sich von den 190 Sachen), die anderen sind ganz stolz auf ihre Beißerchen, ...
... andere wiederum winken freundlich jedem hübschen Manne zu, andere würden die Kunden am Stand am liebsten essen.
Zusätzlich gibt es dann noch die ewigen Grinser und die Besucher, die Computer als Handtaschen verwenden.
Mmmmh, wie würde Obelix hier doch sagen: "Die spinnen, die Römer!"
Braunschweig Zu meinem Besuch in Braunschweig kann ich eigentlich nicht so viel sagen. Schließlich habe ich hier nur jeden zweiten Abend in einem der diversen Restaurants zugebracht. Die einzige bemerkenswerte Geschichte trug sich im Restaurant "Lago Maggiore" zu.
Es begann ganz friedlich. Ich bestellte "Saurer Sprudel" (Wasser mit Kohlensäure ohne Zucker und Geschmack, in Deutschland auch Mineralwasser genannt), der Kellner verstand "Sauberer Wasser". Doch nachdem wir (Der Tögel und ein paar Geschäftskollegen) dort ca. 1,5 Stunden auf unser Essen warteten, begann der Kellner am Nachbartisch (der erst 30 Minuten nach uns bestellte) das Essen zu servieren. Doch damit nicht genug.
Als er dann nach einer Stunde und 45 Minuten zu meinem "Kalbsfilet mit Kartoffeln" nur eine Viertel Kartoffel servierte, platzte mir der Kragen - ich beschwerte mich. "Was wollen Sie?" fragte der Ober und began zu erklären: "Ich habe keine Kartoffeln mehr, deshalb habe ich ihnen doch hier noch Kroketten und Bohnen auf den Tisch gestellt. Sie waren wohl noch nie in einem Restaurant!"
Als ich ihn darauf hinwies, daß ich weder Kroketten bestellte noch sie essen möchte, schüttete er sie mir einfach auf den Teller und wies uns darauf hin, daß er extra für uns in seiner Mittagspause den Tisch gedeckt hatte (Mmmmmh, wir hatten den Tisch auf 20.00 Uhr abends bestellt...).
Ich weiß nicht ob es da immer so zugeht, aber das Benehmen dieses Herrn war selbst unseren dt. Kollegen peinlich. Service - einmal anders...
Stuttgart Nach der CeBIT ging es dann Richtung Stuttgart. Ja, ich durfte bei meinen Eltern übernachten. Die Raumtemperatur im Gästezimmer war auf angenehme 13,9 Grad Celcius eingestellt.
So ging es also mit Jacke ins Bett. Jetzt weiß ich endlich, warum es meine Eltern zu etwas gebracht haben. Ja, Ja, von den Reichen kann man das Sparen lernen (altes schwäbisches Sprichwort).
Krehwinkel Die letzten zwei Nächte verbrachte ich dann im Hause der Schwiegereltern.
Zwei Dinge sind mir dort sofort aufgefallen. Die Miniaturmülleimer und die Regenschirmsammlung
Zwei Dinge, die wir seit unserer Ankunft in Denver nicht mehr benutzt haben.
Was wir auch vermissen ist der Besuch. Und der kam in Massen. Es began mit Familie Liebezeit. Andreas versuchte uns klar zu machen, daß Sun Computer eigentlich viel besser und günstiger als Silicon Graphics sind. Dies war natürlich nur ein unglücklicher Versprecher, so etwas würde er natürlich nie in Ernst meinen.
Birgit versuchte uns dagegen klarzumachen, daß ihre Tochter Hannah nachts nie aufwacht. Und Mark erzählte, daß er lieber mit Handschellen gefesselt in ein See springt, bevor er Windows NT auf seinem Rechner installiert.
Am Abend erklärte uns ein Herr Gottschalk, warum es für Millionen so wichtig ist, einer Person beim Zahnbürstenessen zuzuschauen. Ich fragte mich da nur, wie Wetten Dass im März schon in die Sommerpause gehen kann. Soll das ein Zeichen sein, daß der Sommer in Deutschland dieses Jahr (wie schon so oft) ausfällt?
Marcel (Sohn von Mark und Esther) war das so egal, daß er noch während "Wetten Dass" sofort mit der Umstellung auf die Sommerzeit began und einschlief.
Und Miri, die ich eigentlich auch noch besuchen wollte, hat sich mit ihrem Bert kurzfristig aus dem Staub gemacht. Da muß ich also auf altes Bildmaterial (Bauchtanz ohne dicken Bauch) zurückgreifen...
Zum Glück ist dem Wetter die Sommerzeitumstellung gelungen. Es gab sogar blauen Himmel (Zwecks der Farbe des Himmels gibt es hier mal kein Schwarz/Weiß Bild).
Nicht so klar wurde mir das mit den Fröschen. Die Stadt hatte nämlich wieder Schilder aufgestellt, um Fröschen die Straßenüberquerung zu erleichtern. Ob die Frösche jetzt wissen, daß sie eine Stunde früher mit der Überquerung aufhören müssen?
Da (C.T.)
Denver Einer der normalen Tage im Hause der Tögels während Peters vierundzwanzig tägigem Ausflug in die Freiheit....
Der Tag beginnt um 2:30 Uhr, mit Holly, die vor ihrer Tür liegt und durch denTürspalt am Boden nach der Nachbarin ruft. Zehn Minuten später hat sie den Unsinn ihres Tuns begriffen und beginnt nach ihrer Mama zu schreien. Dies zieht sich bis ca. 4:30 Uhr durch, dann ändert sich schlagartig ihre Strategie und sie beginnt lauthals nach einem Fläschen zu rufen. Als das Saugdingens sie endlich ins "Lala-Land" befördert hat, beginnt ca. 20 Minuten später ihre grosse Schwester Jamie-Lee nach Muttern zu verlangen, da sie irgenwas mit Fledermäusen und Delphinen geträumt hat. Um 5:30 Uhr ist dann auch schon die Nacht zu Ende, Zeit auf Mamis Bett rumzuhüpfen und Mama aus dem Bett zu schmeissen.
Holly's erste Tat am Morgen: sich auf den Wohnzimmerteppich zu übergeben. Noch während Mama sich auf den Knien daranmacht, das Elend zu beseitigen, beginnt die Kleine Mama's nächste Tat vorzubereiten ("Mama, Piiiiiihhuuuuuu!"- was soviel heisst wie "ich brauch' ne frische Geschichte am Hintern, Mama")
Jamie-Lee, nicht faul, macht gleich mit, so dass sich das Baden dann auch wirklich lohnt. Eigentlich dürfte der Tag hier schon zu Ende sein, aber unglücklicherweise stehen uns noch satte 12 Stunden in dieser Art bevor.
Unterdessen in New York (oder Hannover, Los Angeles, Toronto oder Krehwinkel...)... Peter setzt sich - frisch geduscht, rasiert und mit 10 Stunden ungestörtem Schlaf hinter sich - mit einem fröhlichen "Guten Morgen" an den schön gedeckten Frühstückstisch, wo ihm Kellner, Schwiegermutter, Mutter oder sonst ein Profi jeden Frühstückswunsch von den Lippen ablesen. Während dem Frühstück unterhält er sich dann mit seinen (ebenso ausgeschlafenen, frisch aussehenden) Kollegen über so weltbewegende Dinge wie "Hattest Du weiße frischgewaschene Handtücher, oder blaue in deinem Marmor verkleidetem Bad in deiner Suite? Ich hatte blaue, das ist nicht fair..."
Zurück in Denver müht Conni sich ab, den seit der letzten Geschäftsreise vor einer Woche übriggebliebenen Wäscheberg abzuarbeiten. 12 Badetücher,10 Socken ohne Partner, 15 Paar Socken mit Partner, 10 Paar Jeans in 4 Grössen, 35 Paar Höschen von 4 verschiedenen Hintern, Bettwäsche von 3 Betten, Tischtücher, Kleider, Hemden (nicht getragen, nur verkrumpelt...waschen kann ja nicht schaden und bügeln braucht ja auch nicht sooo lang...), etc.. Man könnte zwar öfters waschen, aber damit stockt man ja nur die Reserven der Übeltäter auf...
Peter indessen hat seine fünf mitgenommenen Hemden soeben aus der Hotelwäscherei zurückbekommen - gewaschen, gebügelt und ordentlich aufgehängt. Wie macht der das nur, ohne einen Finger zu krümmen?
Mittlerweile sind wir in Denver beim Mittagessen angelangt. Holly will gern "FruitLoops" essen. Jamie will Marmeladebrot. Nachdem alle Vorbereitungen beendet sind, beschliessen die beiden, ihre Menüwünsche umzustellen. Holly will keine "FruitLoops", sie will lieber Joghurt. Jamie will lieber ein Sandwich mit Mayonaise und Schinken und Kartoffelchips dazu. Vorbereitungen, kehrt Marsch! Nun dürften sie eigentlich alle zufrieden sein, nicht wahr? Weit gefehlt. Jamie will keinen Apfelsaft dazu, sie will nur Cola. Wenn sie das nicht haben kann, dann will sie lieber keine Chips, sondern einen Apfel. Aber zum Apfel willl sie dann lieber kein Schinkensandwich, sondern ein Nutellabrot. Holly will Joghurt nur, wenn sie's aus einem kleinen Schüsselchen selber löffeln darf und zwar nur mit dem roten Plastiklöffel, den sie liebt. Und überhaupt will sie gar keinen Joghurt, sondern lieber Macaroni and Cheese zum Mittagessen. Deswegen hat sie auch Untergewicht, wenn der Kinderarzt sie wiegt - weil Mama störrisch ist...
Unterdessen in New York (oder Hannover, Los Angeles, Toronto oder Krehwinkel...)... Peter setzt sich sich zum gemütlichen Abendessen ins Restarant "Lago Maggiore". Bei "Wein, Weib und Gesang" kann er sich von Herzen über so Dinge wie "Wie kommen die Kroketten auf meinen Teller?" auslassen (s. Bericht aus Hannover oben). Da wundert er sich noch, woher seine Kids ihre schlechten Essgewohnheiten haben.
In Denver nähert sich der Zeiger der Bettgeh Uhrzeit - Yipiiiiiihhhhh!
Holly weiss diesen denkwürdigen Moment richtig zu würdigen, und übergibt sich in der Küche über Stuhl, Tisch und fertig zubereitetem Abendessen. Versteht sich von selbst, dass danach keiner mehr Hunger hat.... Um bleibenden Eindruck zu schinden, wiederholt sie das Ganze nochmals im Wohnzimmer, dieses Mal auf dem Sofa. Connis ruhiger Feierabend verwandelt sich schlagartig in den Kampf mit der Waschmaschine und dem HaRa Lappen.
Unterdessen in New York (oder Hannover, Los Angeles, Toronto oder Krehwinkel...)... Da Peter einen sehr anstrengenden Tag hinter sich hat, beschliesst er, den Abend ruhig in seiner Hotelsuite zu verbringen. Das Bett ist frisch bezogen, frische Handtücher hängen im Bad, die Minibar ist aufgerüstet, aber irgendwas fehlt. Ach, ja, Letterman kommt um Mitternacht, das hätter er beinahe vergessen. Und ausserdem hat er noch nicht seine E-Mails runtergeladen. Um Zeit zu sparen ruft er während dieser Zeit zu Hause an, um von seinem anstrengendem Tag zu berichten, aber als Conni keine richtige Sypathie für seine Situation aufbringt, fühlt er sich gekränkt und legt auf. Egoistisches Weib!!!
In Denver ist endlich Ruhe eingekehrt. Die Kinder sind nach dem Baden und Haarewaschen gleich ins Bett (und das gleich fünf Mal hintereinander, weil sie doch noch was sagen wollten, was trinken wollten oder Angst hatten...), und Conni liegt erledigt auf dem Sofa und hegt Mordgedanken an einen weit entfernten Vater dieser zwei kleinen, zauberhaften Zuckerpüppchen.
Als dieser sich dann aus New York (oder Hannover, Los Angeles, Toronto oder Krehwinkel) meldet, kann sie sich eines gewissen Sarkasmus nicht erwehren. Vor allem dann nicht, als Peter sich über mangelnden Schlaf, schlechtes Essen und teure Taxies ausläßt.
Irgendwie haben die Kommunisten schon recht: Wir sind alle gleich (nur manche sind halt nocht gleicher...). Deswegen hat Conni auch an Tagen wie diesem immer noch was zu lachen (und zu weinen).
In diesem Sinne verbringt Conni 24 Tage mit je 24 Stunden, bis dann endlich Peter sich mit neuen Geschichten, neuen Bildern und neuer Wäsche unserem inzwischen - ach, so ruhigen - Heim wieder nähert.
Im Hinblick auf die paar bevorstehenden chaotischen Tage, verabschieden wir uns, mit der Hoffnung auf neue Erlebnisse, neue Berichte und einer neuen Rundmail,
Peter, Conni, Jamie-Lee & Holly
P.S. Peter hat übrigens den Schreibtischstuhl erledigt (Durch draufsitzen platt gemacht). Sponsoren für einen neuen, robusteren Stuhl (oder wahlweise einem 6 wöchigen Aufenthalt in einer Diätklinik) sollten bitte eine E-Mail an uns (
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) schicken.
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