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Rundmail aus Denver - Nr. 11 PDF Drucken E-Mail
Sonntag, 2. Juni 1996
Tach,

hier ist sie: Die Rundmail Nr. 11.

Wenn diese Wochen so weitergehen, dann ist dies sicher eine der letzten Mails. Ich werde nämlich bald wahnsinnig! Warum?

Hier die Themen:

    Meine Frau und der Tisch!
    Unsere Tochter und die Wand!
    Unsere Bankkonten und die Bewegungen!
    Unsere Familie Liebezeit und das Wetter!
    Unser Besuch und der Reifen!
    Unser LKW und der Umzug!
    Unser Keller und das Wasser!
    Unser Auto und das andere Auto!
    Die Reise!
    Das Gedicht!

Meine Frau und der Tisch!

Da haben wir uns das erste Mal in unserer Ehe einen neues Möbelstück gekauft und dann machen wir es nach 5 Monaten schon kaputt. Da hat man sicherlich das liebe Kind in Verdacht, doch nein - der Verursacher war einzig und allein meine Frau mit einer heißen Pfanne. Ja - wir haben auch dieses Mal einen Untersetzer unter der Pfanne gehabt! Doch dieses Mal war die Hitze wohl zu groß. Nun ziert ein großer weißer Fleck die Fläche unseres Esszimmertisches. Schade - wie schnell man doch etwas kaputt machen kann...

Unsere Tochter und die Wand!

Jaja, wie wir bereits eben bemerkt haben, sind wir jetzt ca. 5 Monate in USA und damit auch in unserem Apartment. Und die Wand im Kinderzimmer hat es diese fünf Monat in weißem Zustand überlebt. Doch zwei Tage vor unserem Umzug mußte es wohl passieren. Meine Tochter entdeckt, daß Wachsmalkreiden nicht nur auf Papier zur Geltung kommen, sondern auch auf der Wand! Wir können nur hoffen, daß uns das nicht extra Kosten verursachen wird.

Unsere Bankkonten und die Bewegungen!

In der letzten Woche hat uns die Bank hier jetzt das erste Mal erwischt. Wir haben den Kreditrahmen der VISA Karte um ca. 2.- US$ in Unachtsamkeit überzogen und uns doch eine Strafgebühr von 10.- US$ eingebrockt. Ja, harte Sitten im wilden Westen. Zum Glück haben wir noch am selben Tag alles ausgleichen können. So schnell wird uns das hoffentlich nicht wieder passieren...

Unsere Familie Liebezeit und das Wetter!

Da ist doch wirklich fast die ganze Zeit in Colorado schönes Wetter, doch wenn die Familie Liebezeit aus Deutschland bei uns vorbeischaut, regnet es drei Tage "Katzen und Hunde". Es ist doch witzig, daß man sich nie auf das Wetter verlassen kann, wenn man es braucht. Auch in Colorado nicht...

Unser Besuch und der Reifen!

Wo wir doch gerade vom Wetter sprechen - natürlich muß unser Auto uns wieder verlassen, sobald wir frischen Besuch drin haben (liegts am Besuch, oder am Auto???). Vielmehr war's diesmal nicht das Auto, sonder "nur" der hintere Reifen. Eigentlich hatte sich das Ganze schon etliche Wochen vorher mit etwas niederem Luftgehalt im hinteren Reifen bemerkbar gemacht, aber was drei Wochen hält, hält bestimmt auch noch drei Tage (ha, ha, ha.).

Also versuchten wir im (wie oben bereits erwähnten) strömenden Regen den Reifen erneut aufzupumpen (wozu hat man Besuch, wenn nicht um ihn im Regen den Reifen aufpumpen zu lassen, hä?). Der Reifen beschloss natürlich, keineswegs länger befahrbar zu sein, so daß ein sofortiger Reifenwechsel (Weitere 110.-US$...) in die Umzugsgeschichte integriert werden mußte. An dieser Stelle ein riesen DANKE an unsere tapferen Lovty's, die den ganzen Tögel-Stress (inklusive im strömenden Regen Reifen aufpumpen) mitgemacht haben, obwohl sie sich doch eigentlich erholen wollten...

Unser LKW und der Umzug!

Die letzte Woche sind wir also endlich in das neue Haus umgezogen. Und das war kein Spaß, nur Stress und Anstrengung! Zum Glück hatten wir viele willige Helfer. Da waren zuerst unsere Gäste aus Deutschland - die Familie Liebezeit. Jung und tapfer.

Für den Tag des großen Umzugs mieteten wir uns dann einen LKW bei U-HAUL. Das war das Grauen in Person. Als ich ihn abholen wollte, startete er vorerst mal gar nicht. Man gab mir dann Starthilfe mit den berühmten Kabeln und versprach mir, daß er morgen ganz bestimmt von allein starten würde. Schon in der ersten Kurve wurde mir klar, daß dies mehr als ein alter Klapperkasten ist. Bei jeder größeren Kurve stöhnte die Lenkhilfe so, daß man die Geräusche sicher noch in einem halben Kilometer Umkreis hören konnte.

Nun gut, Hauptsache ich habe es bis zur Wohnung geschafft. Dort wartete schon die Helfer-Crew (eine Abordnung von der Bible-Study-Group von Quark) um in Rekordzeit die Möbel in den LKW zu transportieren.Gesagt getan! Nach zwei Stunden machte ich mich also auf den Weg zum neuen Haus.

Dort angekommen ging es sofort ans Ausladen. Beim Ausladen der Matratze passierte es dann: Das Rolltor des LKW's stürzte plötzlich in einem netten Tempo auf einen der Helfer herunter. Zum Glück konnte ich es mit den Händen gerade noch abfangen, bevor es den Kopf des Helfers vom Rumpf trennte. Was war passiert? Ein Stahlseil sprang von einer der Rollen und riß. Der Kommentar des Chefs der Vermietstation:"Wenn sie LKW's anmieten, kann das schon einmal passieren....". Ich denke, diese Aussage war wohl mehr als unverschämt.

Als ich am nächsten Morgen den LKW zurückbringen wollte, war natürlich die Batterie wieder tot. Freundlicherweise schickten sie im Laufe des Nachmittags jemand vorbei, der die Batterie auswechselte. Kommentar dazu von dem Vermieter: "Das ist ganz alleine ihre Schuld. Sie haben das Zündschloß nicht auf die Mittelposition zurückgestellt und einfach in der falschen Position den Schlüssel entfernt." Wie man einen Zündschlüssel falsch aus dem Schloß entfernen kann, ist mir bis heute noch nicht klar. Brannte doch ganz sicher kein Licht mehr an der Konsole. Wenn man es genauer bedenkt, brannte eigentlich innerhalb des Fahrerhauses nie ein Licht. Selbst die Tachoanzeigen blieben bei der Nachtfahrt unbeleuchtet. Ich bin gespannt, ob der Vermieter mir die Leihgebühr von meiner Kreditkarte abbucht...

Unser Keller und das Wasser!

Am Mittwoch (der Tag nach dem Umzug) beschlossen wir, daß wir das Haus ein bisschen auf Vordermann bringen sollten, und begannen bereits am Morgen mit Hilfe von Birgit und Andi die Wohnspuren der Vorbesitzer ein wenig zu eliminieren. Nebenbei ließen wir auch die Waschmaschine laufen, um wieder etwas anständiges zum Anziehen zu erhalten.

Gegen abend wurde es dann für mich so allmählich Zeit, mich umzuziehen, um Martin, Lisa und den kleinen Felix vom Flughafen abzuholen. Also begab ich mich nixahnend in die Dusche, ungefähr zeitgleich mit dem Pumpvorgang der Waschmaschine. Als Conni zufällig an der Waschküche vorbeikam, drang sofort ein gellender Schrei durch die Bude. Das gesamte Duschwasser des PT's, sowie das Wasser aus der Waschmaschine kamen aus dem Gully wieder hochgequollen und hatten bereits die gesamte Waschküche geflutet und war kurz vor der Schwelle zum Teppich im Familyroom!

Ich begab mich also schnellstens zum nächsten Baumarkt, um ein Gerät zur Beseitigung des Problems zu besorgen. Leider stellte es sich als ein ziemlich uneffektives Teil (...wenn man das noch nie gemacht hatte!) heraus, und bevor das Ganze behoben war, war es schon Zeit, zum Flughafen aufzubrechen.

Während ich weg war, telefonierte meine Frau mit unserer Versicherung, Maklerin und diversen Klempnern, um die Sache einigermaßen wieder in den Griff zu bekommen. Die Versicherung weigerte sich, dafür aufzukommen, da es sich lediglich um ein verstopftes Rohr, keineswegs aber um einen Rohrbruch handelte. Dazu war die Verstopfung nicht im Haus sondern unter dem Haus - damit fällt das ganze wohl nicht als ein Versicherungsschaden in Betracht.

Die Maklerin bestand darauf, daß die Versicherung zuständig sei und die angerufenen Klempner hielten es nicht einmal für nötig, den erwünschten Rückruf zu machen. So bestand das Problem immer noch, als ich gegen 22:30 Uhr mit Besuch wieder zuhause war. (In der Zwischenzeit fiel mir im Flughafengebäude übrigens mein Pager aus der Hand. Der ist jetzt auch kaputt!) Innerhalb der ersten halben Stunde, war Martin (auch als "Der Fuchs" bekannt...) bereits im Keller, mit Rohrzange und dem Supermarkt-Tool bewaffnet und versuchte das Chaos zu beseitigen. Vielleicht hat er wirklich was vom Fuchs, auf jeden Fall war innerhalb von 10 Minuten das Problem behoben. DANKE, Martin!

Unser Auto und das andere Auto!

Es ist inzwischen Sonntag, und wir haben das Haus voller Besuch. Ich wollte ja eigentlich nur kurz in den Supermarkt fahren, da passiert es schon. Ich fahre unseren Van wie gewohnt aus der Garage heraus und da stoppt mich ein ungewohnter Widerstand: Ein Nissan Maxima! Ja, der parkte auf meiner Einfahrt. Ursula Kettenacker parkte ihn da. Er gehört Ursula's Chef! Nun sind halt die Türen rechts ein wenig eingedrückt. Mal sehen was unsere Versicherung dazu sagt...

Die Reise!

Nein, ich habe noch keinen Urlaub! Ich darf daran erinnern, daß man in den USA (zumindest trifft das bei mir so zu...) nur 10 Tage Urlaub hat. Und den kann man erst nach einem halben Jahr Firmenzugehörigkeit ansammeln. Aber ich muß geschäftlich eine gewisse Zeit nach Deutschland zurück. Meine Frau sitzt solange im neuen Haus und brütet weiter an unserem zweiten Kind. Wenn alles klappt, werde ich aber so zum 26. Juni wieder zurückfliegen. Dann haben wir nur noch zwei Wochen zum Geburtstermin. Ich hoffe es reicht noch. Wehe, Ihr habt in Deutschland schlechtes Wetter...

Das Gedicht!

Heute kommt das Gedicht von Horst Tondasch, einem Leser unserer Rundmails:

    Kinderpo
    Dünner Scheiss
    Eltern froh
    Um jeden Preis

So, das war die Mail von den Mega-Wochen.

Wir wünschen Euch auf jeden Fall ein angenehmeres Leben und einen Gruß vom Tal des Chaos,

Peter, Conni, Jamie-Lee & das Kind im Bauch, welches Conni so schrecklich dick macht (ich kann Konkurrenz nicht ausstehen).




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