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Rundmail aus Bayern - Nr. 1 PDF Drucken E-Mail
Freitag, 18. Juni 1999

Servus!

Und mit dieser Rundmail beginnt eine neue Etappe in unserem Leben. Die Bayern Etappe.

Mmmmm, klingt wie ein Radrennen. Doch mit welchem Ziel? Schauen wir einmal. Jetzt drehen wir das Zeitrad erst einmal kurz zurück und fangen da an, wo wir in der letzten Rundmail aufgehört haben.

 


 

Die Themen:

  • Der Feueralarm
  • Der Container
  • Das neue Haus
  • Die neuen Eingeborenen

 


Der Feueralarm

Es war einer unserer letzten Tage in Denver. Und Jamie hatte einer ihrer letzten Kindergartentage. Ein Feueralarm auf die amerikanische Art. Und da wir diesen Alarm so interessant fanden, wollten wir Euch noch kurz darüber berichten.

In Aurora hat nämlich die Feuerwehr ein Haus auf einen Anhänger gepackt. Und mit diesem Anhänger fahren sie von Schule zu Schule und trainieren die Kinder für einen Feueralarm. Und das ist ziemlich realitätsnahe. Im inneren verbirgt sich ein Raum, der mit einer Nebelmaschine zugenebelt wird.

Und die Kinder müssen sich dann den Weg zum Fenster bahnen und aus dem Fenster steigen. Das ist doch viel interessanter als die langweiligen Feueralarme, die ich in meiner Schulzeit erleben mußte...

 


 

Der Container

Eigentlich ging es ganz schnell. Innerhalb von zwei Wochen war der Umzug durchgeplant und ausgeführt. Wir hatten uns dazu für US$3950.- ein 40 Foot Kontainer vor die Tür stellen lassen und haben dann angefangen unser Gerümpel einzupacken.

Truck with Container

Geholfen haben dabei die kostenlosen Kartons von der amerikanischen Post und jede Menge Helfer (Matthew & Lori Bailey, Christoph Pütz, Andrea Sommer, David Knoshaugh, unsere lieben Nachbarn Jim & Dalene Popa, und zu guter Letzt Leonardo Fei).

Matthew Bailey und Christoph Pütz

Und wie das Bild beweist, haben sich Matthew und Christoph gleich um das Einpacken der Lebensmittel gekümmert (Beide sind übrigens seit kurzem stolze Ex-Quarkiens. ). Diese Stärkung führte dann auch gleich zu einem vollen Kontainer. Und bis auf einen kleinen Zwischenfall gab es keine Probleme.

Container

Der Zwischenfall dagegen hatte mit unserem amerikanischen Kühlschrank zu tun. Der Kühlschrank wollte nämlich nicht in den Container. Und so schubste der Kühlschrank die Rampe vom Container weg und riß Peter samt Rampe in die Tiefe. Zum Glück konnte Jim (unser Nachbar) den Kühlschrank alleine festhalten.

Nicht im Container ist übrigens unser altes, aber berühmtes Auto. Ja, wir hatten einen Käufer für unser Auto gefunden. Hier zeigt der Chevy Astro Van nochmal seine beste Seite.

Chevy Astro Van

Der Container schippert mittlerweile auf einem Schiff über den großen Teich. Erwartet wird das Schiff jetzt am 3. Juli in Bremerhafen, wo der Container dann per Bahn den Weg nach Bayern finden soll. Eigentlich hätte er ja schon Ende Juni in Bayern sein sollen, doch der Zug aus Colorado hatte so eine Verspätung, daß der Container das Schiff verpaßte.

Kennt eigentlich einer unserer Leser die Firma M. & S. Shipping? Die sollen sich irgendwo in Norddeutschland befinden und die Beförderung in Deutschland durchführen. Ich habe sie noch nicht gefunden. Ich würde der Firma aber noch gerne mitteilen wo wir jetzt wohnen. Sonst finden die uns nämlich in Bayern nicht. Tipps bitte an Diese E-Mail Adresse ist gegen Spam Bots geschützt, du musst JavaScript aktivieren, damit du sie sehen kannst senden.

 


 

Das neue Haus

Und nun werden die ersten schon fragen, wo wir uns eigentlich niederlassen. Das Kaff heißt Untermeitingen, das Haus nennt sich Bungalow, voll unterkellert. Das Bild wurde aus zwei Bildern zusammengeklebt, deshalb der Farbfehler auf der linken Seite des Bildes. Jetzt müßte der Bau nur noch in der Gegend von Denver, Colorado stehen, dann wär's wirklich perfekt.

Die ersten Ansätze sind aber gar nicht so schlecht: Küche ist bereits drin, Boden ist italienischer Marmor, gestrichen ist auch schon und ein großer gekachelter Kellerraum steht für Peter zum Papierstapel stauen auch schon bereit.

Das neue Haus

Der Garten ist (wie in Aurora) umzäunt, Schaukel ist schon da, und für den Rhabarber Strauch den wir zurückgelassen haben, haben wir auch einen Ersatz bekommen. Die Terrasse hat (so sagte man uns wenigstens) den ganzen Tag Sonne (sofern sie sich den Weg durch die deutsche Wolkendecke bahnen kann), weshalb auch eine Markise angebracht ist. Mal sehen, wann wir die das erste Mal brauchen werden...

Der Einzugstermin ist der 29. Juni 1999. Jetzt brauchen wir nur noch unsere Möbel, ein Auto, ein Parkplatz in Schwabing, ein Scheckheft und eine EC Karte, dann könnten wir endlich mit dem Einleben hier anfangen.

 


 

Die neuen Eingeborenen

Weil wir das bei der Einreise nach Amerika so gemacht haben, müssen wir natürlich die Tradition jetzt fortsetzen, und unsere ersten Eindrücke zu dieser neuen Heimat weitergeben. Bedenkt bitte, daß dies keineswegs als persönliche Abwertung unserer Leser gedacht ist, sondern nur unsere ersten Erlebnisse in diesem wundervollen Ländle weitergibt.

Peter und sein Macintosh

Es gibt einfach Dinge, die man nicht machen sollte. Und dazu gehört auch dem Peter nach dem Überseeflug noch seinen Mac zu geben. Den hat er nämlich gleich nach dem Flug in Deutschland anschalten wollten. Leider hatte dieses Modell keinen automatischen Strom Umschalter. Und da das Gerät nicht auf 220 Volt per Umschalter vorbereitet wurde, löste sich das Netzteil in Rauch und Staub auf. Dies ist zugleich der Grund warum diese Rundmail so spät erscheint.

Jamie und die Zecken

Weil wir bei Conni's Eltern leben, bis wir unseren Kontainer bekommen, haben unsere Mädels endlich die Möglichkeit, mit ihrer Oma "Erberla" selbst holen zu gehen. Das wiederum gibt den deutschen Zecken die Möglichkeit, sich frisches Blut aus amerikanischen Adern zu holen.

Jamie-Lee

Deswegen haben wir die beiden gegen Zecken impfen lassen, worauf Jamie's kleiner Körper sich aufs heftigste wehrte. Sie bekam hohes Fieber, Kopfschmerzen, Schüttelfrost und war schon halb im Delirium. Natürlich (wie sonst auch immer), war die Arztpraxis schon geschlossen, als wir dort anriefen. Deshalb meldeten wir uns telefonisch beim Krankenhaus in Schorndorf, um jemanden an die Leitung zu bekommen, der uns sagen könnte, ob dies normal ist, oder irgendeine allergische Reaktion.

Die Dame am Telefon, war ziemlich erbost, daß wir sie bei ihrer Arbeit störten, denn sie sagte: "Wissen sie, ich habe hier Notfälle zu bearbeiten, und außerdem habe ich wirklich keine Lust mich mit ihnen hier lange am Telefon zu unterhalten...". Warum man solche Leute überhaupt ans Telefon lässt ist uns immer noch nicht ganz klar, aber wirken tut das schon: dieses Krankenhaus hat das letzte Mal jemand aus unserer Familie behandelt, und wenn wir nächstes Mal selbst operieren müssen.

Peter in der Eisdiele

Peter liebt Eis, vor allem Spaghetti Eis. Also hat er sich eins in Schwabing bestellt, aber bitte mit Sahne, ohne Alkohol und das alles in einem Becher zum mitnehmen. Bekommen hat er das schon, und sogar für seine Kollegin auch eins, aber man staunt schon nicht schlecht über den Preis: satte DM 18.- haben sie ihm dafür aus der Tasche gezogen. Wird wohl das neue Gehalt doch nicht ganz ausreichen...

Tögels auf den Ämtern

Weil ja die gesamte Familie als Ausländer gelten, müssen wir uns hier in Deutschland natürlich auch um Aufenthaltserlaubnisse, Arbeitserlaubnisse, Übersetzungen unserer Geburtsurkunden, etc. bemühen. Aber irgendwie ist die deutsche Bürokratie einfach unschlagbar. Sie wollten für irgendeinen Antrag, eine "Bestätigung der Meldebestätigung". Da haben selbst die Beamten den Kopf geschüttelt. Irgendwie muss man ja die deutsche Writschaft am Leben erhalten, und wenn's nur die Papierindustrie ist. Das nennen wir Umweltschutz... ;-)

 


 

So, das war es wohl für heute. Wir wünschen Euch jetzt viel Sonnenschein, schließlich könnten wir ja ein wenig davon abbekommen.

Bis zum nächsten Mal,

Peter, Conni, Jamie-Lee, Holly und Baby XY





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