Berichte - Seite 1
Deutsch-Amerikanische Völkerfreundschaft
Auszug einer Serie von Interviews mit verschiedenen Aspekten des zuletzt arg strapazierten deutsch-amerikanischen Verhältnisses zu befassen...
Sendung für ISDN/Broadband (MP3 5.8 MB)
Schwaben und Donuts
Was als Hobby begann, ist für die deutsche Auswanderer-Familie Tögel heute Hilfe bei der Jobsuche und ein kleines Geschäft: Die hauseigene Web-Seite hat Kult-Status erreicht.
Thanksgiving ist nicht der Geburtstag des Truthahns. Auch wenn dieser Vogel in den USA traditionell am Tag des Erntedankfests auf den Tisch kommt. Dies muss die deutsche Auswandererfamilie Tögel, die es aus Krehwinkel im Schwabenland nach Colorado Springs im Westen der USA verschlug, noch lernen. Gerade die jüngeren Familienmitglieder halten hartnäckig an ihrer Truthahn-Theorie fest. Doch immerhin haben die Tögels bereits den amerikanischen Kapitalismus übernommen. Sie raten zu Spaghetti-Aktien. Denn wenn jedes Kind, so wie die fast zwei Jahre alte Annie-Mae Tögel, die gekochten Nudeln gerne in der Wohnung verteilt dann müssen diese Werte doch klettern.
Von solchen Details einmal abgesehen, sind die fünf Auswanderer Peter, Connie, Jamie- Lee, Holly und Annie-Mae inzwischen ausgemachte USA-Experten.
Auf ihrer Web-Seite www.togel.com geben sie der großen Gemeinde der USA-Interessierten und Ausreisewilligen Tipps für den Umzug, das Visum wie für den Autokauf. Die Seite hat inzwischen Kult-Status erreicht: Mehrere tausend Besucher täglich zählen die Tögels.
Wie bekomme ich eine Kreditkarte? Die Schwaben geben Auskunft. Wer vergibt die Sozialversicherungsnummer? Wie kann ich mich gegen die Werbeflut im Briefkasten schützen? All das sind Fragen, auf die Hilfesuchende auf der Netz-Seite der Exil- Schwaben Antworten finden. Was sollten Auswanderer in Deutschland lassen? Antwort: Pflanzen, den Elektroherd, den Fernseher und die Schwiegermutter.
Wer schon immer wissen wollte, welche Zutaten in den klebrig-süßen Krispy Kreme Donuts, den ultra-amerikanischen fettgebackenen süßen Teigkringeln stecken, ist hier auch nicht falsch: Diamonium Phosphate, Sodium Stearoyl Lactylate und Malted Barley Flour sind drin.
Der Nutzwert allein erklärt allerdings nicht die Popularität der Seite. Togel.com ist eine Mischung aus Big Brother und Unsere kleine Farm, aus Chaos und Idylle, aus Ratgeber und Komödie. Denn Besucher bekommen auch ganz private Einblicke in den Alltag der Wahl- Amerikaner. Neben Live-Bildern aus der Internet-Kamera informiert ein Rundbrief per E-Mail die wachsende Fangemeinde über die Abenteuer der Familie.
Und bei Tögels ist allerhand los: Die Kinder landen bei Wochenendausflügen im Bach oder müssen ausgerechnet Sonntags ins Krankenhaus gefahren werden. Eigentlich haben wir die Web-Seite begonnen, um Freunde und Verwandte in der Heimat wissen zu lassen, wie es uns hier geht, erinnert sich der 35jährige Familienvater Peter Tögel. Damals, 1995, war die interkontinentale Kommunikation noch um einiges schwieriger Telefongespräche waren um ein Vielfaches teurer als heute, das Faxen ebenfalls kostspielig und sehr aufwändig.
Nur: Kenntnisse in Web-Seiten-Gestaltung hatte er noch keine. Das Internet steckte ja in Deutschland damals noch in den Kinderschuhen. Ein großes Hindernis war das aber nicht: Er brachte sich die Programmiersprachen Perl und Java Script sowie die Formatsprache HTML selbst bei meist durch das Studium anderer Web-Seiten. Ein Buch über HTML habe ich nie gelesen, sagt er stolz. Nach und nach wurde die Familien-Seite technisch immer ausgefeilter zum Text kamen Fotos, zu den Fotos Spiele, die Live-Kamera mit Bildern des Wohnhauses und der Umgebung.
Wie das Design der Web-Seite wurde auch der Nutzerkreis bunter. Immer mehr Leute schrieben uns und wollten Tipps zur Ausreise oder zum Leben in Amerika, erinnert sich Vater Peter. Selbst Freundschaften haben die Tögels durch ihr Internet-Engagement schon geknüpft.
Heute hat die Seite eine Doppelfunktion: Wir grüßen unsere Verwandten und helfen anderen. Und auch ihm selbst hat die Pioniertätigkeit im Internet geholfen: Sie hat mir eine gewisse Sichtbarkeit in der Szene verschafft. Denn schon bald galt der Internet-Auftritt der Familie als Avantgarde des noch relativ neuen Mediums. Firmen suchten Tögels Rat und bald entwickelte er interaktive E-Commerce-Seminare für eine deutsche Fern-Uni in Darmstadt. Die Bekanntheit kam Tögel denn auch gelegen, als ihm sein amerikanischer Arbeitgeber vor zwei Jahren kündigte: Innerhalb einer Woche bekam ich fünf Job-Angebote.
Die technischen Fertigkeiten und die Internet-Expertise, die sich der Wahl-Amerikaner in den vergangenen Jahren angeeignet hatte, waren inzwischen vor allem auf dem deutschen Arbeitsmarkt heiß begehrt. Tögel unterschrieb beim inzwischen gescheiterten Auktionshaus Itrade in München, packte sein gesamtes Hab und Gut in einen Container, der per Schiff nach Deutschland verfrachtet wurde, und zog mit der ganzen Familie nach Untermeintingen in Bayern zurück. Die Web-Seite blieb dennoch bestehen: Auch aus Deutschland wurde die Fan-Gemeinde weiterhin mit Neuigkeiten, Fotos und Berichten darüber, was die Tögels stört, amüsiert oder wundert, versorgt.
Die Anhänger lasen wenig Erfreuliches: Schnell erlebte die Familie wie viele Rückkehrer den umgekehrten Kulturschock: So vergaben sie einer Behörde einen virtuellen Geschwindigkeitspreis, weil diese obwohl alle Dokumente vier Wochen vorlagen erst eine Woche später mit der Bearbeitung begann. Aus den USA waren die Ein- und Auswanderer mehr Tempo und weniger Bürokratie gewöhnt.
Für Vater Tögel war der Aufenthalt in Deutschland somit nur ein Zwischenstopp. Er suchte wieder in den USA nach einem Job und wurde fündig. Das jüngste Kapitel seiner Job-Erfarung in den Staaten brachte ihn mitten in die New Economy. Tögel arbeitete für Channelpoint, ein Startup, das Internet-Dienstleistungen für Banken und Versicherungen anbietet. Und prompt erging es dem Schwaben wie so vielen E-Arbeitern: Sein Job als Produkt-Manager wurde gestrichen.
Die Kündigung lief ganz im Stil der Neuen Wirtschaft: Während Tögel einige Tage verreist war, erfuhr er von einem Kollegen, dass dieser seinen Job verloren hatte. Beunruhigt rief Tögel seine Frau an: Irgendwelche Anrufe oder Mails von der Firma?
Fehlanzeige. Doch schnell hatte er die Gewissheit, dass auch er auf der Straße stand. Aus Angst vor Klagen wurde ihm dies gar nicht erst schriftlich mitgeteilt.
Doch Tögel bleibt amerikanisch-unbeschwert: Ich werde schon etwas finden, wahrscheinlich mache ich mich selbständig. Schließlich hat er gerade sein nächstes Projekt gestartet: Die Erfahrungen der Familie Tögel sind in Deutschland und den USA in Buchform erschienen (Briefe, die das Leben schrieb oder der ganz normale Wahnsinn einer Auswandererfamilie).
Die Web-Seite soll es trotzdem weiterhin geben. Ich habe mich schon richtig daran gewöhnt, alles, was wir erleben, aufzuschreiben und für das Internet umzusetzen. Seine Fangemeinde und alle angehenden Auswander wird diese Nachricht freuen.
HANDELSBLATT
"...und tschüß!"
Und ihre Website unter www.togel.com ist der wahre Renner. Tausende User klicken sich jeden Tag ein, um die neuesten Homestories von Papa Peter, Mama Conni und den drei Töchtern Jamie-Lee, Holly und Annie-Mae zu verfolgen. Die Tögels berichten auf ihre lustige und unterhaltsame Weise über ihr Leben im Land der unbegrenzten Möglichkeiten.
Besonders hervorzuheben sind die Tipps & Erfahrungen zur Auswanderung, die sich jeder Greencard-Anwärter zu Gemüte führen sollte. Mit Hilfe der begehrten Karte haben es nämlich auch die Tögels geschafft, ins heißgeliebte Amerika auszuwandern.
Die Erlebnisse zur "Live-Soap" gibt es auch als Buch. "Briefe die das Leben schrieb oder Der ganz normale Wahnsinn einer Auswandererfamilie" ist für 39,90 DM im Handel erhältlich. (Verlagshaus Monsenstein und Vannerdat, ISBN: 3935363 176).
SAT1 Fühstücksfernsehen
SWR 3 Wildweit
SWR 3
Katrin Schmick
Familie Tögel - Alltags-Hit im Internet
Berühmt durchs Internet, auch wenn man nur irgendwer ist? Das geht: Familie Tögel aus Krehwinkel beweist es. Die wanderte 1995 in die USA aus und schildert seit dem Alltagserlebnisse auf ihrer Homepage www.togel.com. Und die ist ein Hit, tausende klicken sich jeden Tag ein und wollen neue Abenteuer von Papa Peter, Mama Conni und Tochter Jamie wissen. Mit Gedichten wie: "Auto putt, Getriebe hin, Kasse klingelt, bim, bim, bim." Weil's so gut läuft, gibt es die Erlebnisse fur 39,90 Mark jetzt auch als Buch: "Briefe, die das Leben schrieb". Es schoss sofort auf Platz 48 der Amazon-Liste.
Bunte
Michael Kneissler
Familie Tögel - Reality-Soap im Internet
Die Familie Tögel aus dem schwäbischen Krehwinkel wanderte 1995 in die USA aus und schildert seit dem Alltagserlebnisse auf ihrer Homepage togel.com. Die Geschichten um die ungewöhnlichen Menschen sind ein Hit, Tausende wollen jeden Tag mehr über die Abenteuer von Papa Peter, Mama Conni und Jamie-Lee, Holly und Annie-Mae aus der internetaffinen Familie wissen. Pünktlich zum Start der neuen Green Card Lotterie Saison bringt das Verlagshaus Monsenstein und Vannerdat ein weiteres Buch zu den Tögels heraus. Das Werk aus den USA bietet auf 500 Seiten weitere Geschichten über die Auswanderer, sowie Tipps und Adressen zur Auswanderung. Die Presse war sich schon beim Internet Auftritt der Familie einig: Stern.de bestätigte der Website eine "Große Suchtgefahr" und Blick Online rühmte den Auftritt "Besser als jede Reality-TV-Sendung".
Die Autoren sind eigentlich eine ganz normale Familie. Doch erstens sind sie in die USA ausgewandert. Und zweitens geht immer alles schief: Peter Tögel, seine Frau Conni und die Kinder halten sich am Wochenende zumeist in den Notaufnahmen diverser Krankenhäuser auf. Vater Tögel arbeitet als IT-Produktmanager und Ehefrau Conni ist selbstständige Grafikerin. Kurios waren aber schon die Ahnen: Ur-Ur-Großvater Johann Schmudermeyer, ein Gymnasiallehrer, hatte schon besondere Thesen: "Bevor Columbus Amerika entdeckte, wusste man gar nicht, wo dasselbe liegt."
Die Tögels erzählen auf witzige, ironische, informative, und manchmal nicht ganz ernst zu nehmende Weise über ihre Erfahrungen im Land der unbegrenzten Möglichkeiten. Und für zukünftige Aussteiger gibt es viele wichtige Adressen und Tipps zur Auswanderung und der erfolgreichen Jobsuche. Vielleicht ist sie gerade darum interessant, die Familie in Amerika, und ihre Geschichten über vom Kindergeschrei bis hin zu verstopften Toiletten. Das Buch "Briefe die das Leben schrieb" oder "Der ganz normale Wahnsinn einer Auswanderer Familie" ist im Buchhandel erhältlich. (as)
de.internet.com
WWWhat's up?
Digitaler Denver-Clan - Eine schwäbische Auswanderungsfamilie
Peter, Conni, Jamie-Lee, Holly und Annie-Mae ... hinter diesen unscheinbaren Vornamen verbirgt sich die internetsüchtige Familie Tögel, eine Art süddeutscher "Denver-Clan". Seit ihrer Auswanderung im Dezember 1995 vom schwäbischen Krehwinkel nach Denver in den USA versorgen sie das World Wide Web regelmäßig mit Rundbriefen aus dem Land der unbegrenzten Möglichkeiten - der 69. wurde vor einigen Wochen auf die Netzgemeinde losgelassen.
Die Website erinnert auf den ersten vorschnellen Blick an eine private Heim-Seite mit den typischen Bildern von Haus, Garten, Kind und Katze. Das ist aber ein Vorurteil. Die Tögels fallen mit ihrem technisch funktionalen und optisch ansprechenden Webauftritt aus diesem Einheitsrahmen "Meine Familie & Ich im Internet". Kaum verwunderlich: Peter Tögel arbeitet als Produktmanager (Hobbies: PowerMacintosh Computer, Online Marketing, Electronic Commerce, Grafik, Multimedia, Musik), seine Ehefrau Conni ist selbstständige Grafikerin (Hobby: Schlafen).
Nach der Besichtigung des Gästezimmers via Webcam und einem Besuch im Filmarchiv ("Der Sesselfilm") informiere ich mich über den neuesten Wortschatz der Tochter Annie und chatte nebenbei mit der Dame des Hauses. Noch ein kurzer Blick auf das Wetter in Colorado ...
Meinen digitalen Besuch bei den Tögels aus Denver beschließe ich mit einer Partie "Tic Tac Tögel" (frei nach dem Brettspiel Tic Tac Toe) gegen den Hausherrn. Zweimal gewinne ich, dann muss ich weiter.
Das Buch zur Homepage "Briefe die das Leben schrieb oder der ganz normale Wahnsinn einer Auswander-Familie" ist für DM 39,90 im Verlagshaus Monsenstein und Vannerdat erschienen.
Stuttgarter Zeitung online und Stuttgarter Nachrichten online
Stefan Nitzsche, Juni 2001
«The Tögel Family»: Real-Life-Soap einer deutschen Aussteigerfamilie
Schrecklich nettDie Familie Tögel wanderte 1995 von Deutschland in die USA aus. Seither führt sie im Internet ein skurriles Auswanderungstagebuch und die halbe Welt liest mit.
Eine Familie, die auf einer eigenen Homepage wortreiche Abhandlungen über ihren Alltag ins Netz stellt und das Ganze auch noch mit Fotos der lieben Kleinen ausschmückt? Normalerweise taxiert die Internetgemeinde solches Bemühen als Erregung öffentlichen Ärgernisses und giesst kübelweise Hohn und Spott über die Selbstdarsteller aus. Ganz anders im Fall der Familie Tögel: Deren Website ist Kult!
Wieso? Das weiss nicht mal Peter Tögel, der Hauptverantwortliche für den Web-Exhibitionismus. Ende 1995 hatte der 32-Jährige die Nase voll vom engen Deutschland und wanderte mit Frau Conni und den Töchtern Holly und Jamie-Lee nach Colorado ins ferne Amerika aus. «Viele Verwandte und Freunde hielten uns damals für verrückt», blickt Peter zurück. Um den Kontakt mit ihnen nicht zu verlieren und den Daheimgebliebenen zu helfen, den Schritt besser zu verstehen, wurde die Idee der Rundschreiben geboren. Die fanden anfänglich in Faxform ihren Weg in die Heimat da das aber schnell zu teuer wurde, publizierten die Tögels ihre Erfahrungen im Land der unbegrenzten Möglichkeiten kurzerhand auf einer eigenen Internetseite.
Chaoten als Webstars
Dort lesen längst nicht mehr nur die Verwandten in Krehwinkel die auf dem schmalen Grat zwischen witzig und peinlich balancierenden Ausführungen über verstopfte Toiletten, quengelnde Kinder und andere Unglücksfälle. Seit einem «Stern»-Artikel Anfang 1996 nimmt eine rasant wachsende Fangemeinde am Leben der Chaotenfamilie teil.Diese wiederum zeigt sich geschäftstüchtig und hat als Reaktion auf das steigende öffentliche Interesse ihre Site mit allerlei Gimmicks, Spielen und Auswanderungstipps ergänzt.
Der Erfolg gibt den Tögels recht: Unzählige Awards und Auszeichnungen haben sie für ihre Real-Life-Soap schon entgegennehmen dürfen. Im Mai erschien man höre und staune gar das 500-seitige Buch zur Website. «Briefe die das Leben schrieb» landete am Tag seiner Veröffentlichung auf Platz 48 der amazon.de-Verkaufshitparade. Verrückte neue Welt!
Link: www.togel.com
TR7
Michael Tremp
Deutsche Welle TV: deutschland heute
Wenn eine ganze Famillie auswandert, dann könnte man meinen...
- Dt. Bericht für Modem (QuickTime 5.2 MB, 4.44 Min.)
- Dt. Bericht für ISDN/Broadband (QuickTime 9.8MB, 4.44 Min.)
- Engl. Bericht für Modem (QuickTime 5.2 MB, 4.40 Min.)
Bericht: Konstantin Klein (Deutsche Welle)
Kamera: Gene Moffet
Schnitt: Soheila Mellom
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Wie sich die Tögels in Amerikaner verwandeln
Oder: Der Weg von Krehwinkel nach Denver, dokumentiert in dem Buch "Briefe, die das Leben schrieb"Rudersberg/Denver. Es ist ein weiter Weg von Krehwinkel nach Denver viel länger als 15 oder
20 Flugstunden. Wer den Weg bis zu Ende gehen will, braucht Jahre. Die Tögels sind ihn gegangen. Von ihren Erfahrungen erzählt die Auswandererfamilie im soeben erschienenen Buch "Briefe, die das Leben schrieb".Ende 1995 wandern Peter und Conni Tögel mit ihrer Tochter Jamie in die USA aus. Peter Tögel dokumentiert den Bruch und Neuanfang in einer Art Internet-Tagebuch, mit fast obsessiver Schreibwut, voller Witz und manchmal irritierend offen, wenn er zum Beispiel finanzielle Probleme ausbreitet. Das gesammelte Material der Jahre 1996 bis 1999 füllt
500 Seiten. Und obwohl darin so vieles geschrieben steht zwischen den Zeilen steht noch mehr.Es ist ein fremdes Land, dieses Amerika: Einkaufen geht man zwischen 19 und
22 Uhr. Das ist die beste (genauer: die einzig mögliche) Zeit für einen wie Tögel, der zehn Urlaubstage pro Jahr, maximal sechs bezahlte Krankheitstage und regelmäßig Sieben-Tage-Wochen hat. In einem einzigen Jahr häufen sich600 Überstunden auf.Die radikal durchkapitalisierte Wirtschaftslandschaft Amerika wird regiert von den Prinzipien Konsum und Werbung: Es gibt eine fast groteske Fülle von Sonderangeboten und Spezialermäßigungen, bis dem Verbraucher nicht mehr klar ist, ob es so etwas wie einen "normalen" Preis überhaupt noch gibt. Statt Sommer- und Winterschlussverkauf gibt es allein im Frühjahr einen Vorosterverkauf, Osterverkauf, Nachosterverkauf, sogar einen "No-Holiday-Sale". Auf den Kassenbelegen sind Ermäßigungsgutscheine für spezielle Produkte, man muss die Pampers-, die Coke-, die Ketchup-Verbilligungs-Zettel sammeln wie Briefmarken "mit dem Unterschied, dass man seine Briefmarkensammlung nicht ständig mit sich herumschleppt".
Sogar der Pfarrer akquiriert Kundschaft: "Nachdem wir am letzten Sonntag in der Kirche waren, hat uns heute der Pastor persönlich auf unseren Anrufbeantworter erinnert, dass morgen wieder Sonntag ist."
All diese Alltagsbeobachtungen verfugen sich zu einem ungeheuer prägnanten Puzzlebild der USA. Die Tögels werden hineingezogen in dieses Leben: Man kommt und gehört dazu.
Im neuen Land eine Heimat des Herzens zu finden, dauert länger. Immer wieder stellt Tögel auf seiner Homepage Listen zusammen. In einer Liste mit Alltagsphänomenen tauchen "Telefone" auf, "die fast nie klingeln". Eine Vorher-Nachher-Liste vergleicht Deutschland und Amerika, vorderhand witzig, aber mit einem mitschwingenden Echo der Einsamkeit: "Grillpartnerqualität vorher: gut. Jetzt: Null! Alles muss man selber machen " Wie die Nachbarn zur Linken heißen, wissen die Tögels nicht. Ach die Nachbarn zur Rechten, "die schon seit 13 Jahren hier wohnen, wissen den Nachnahmen der Familie nicht".
Die Tögels haben auch mit ihrem eigenen Nachnamen Probleme: Weil die Amerikaner die Pünktchen auf dem o nicht kennen und weil Toegel nicht durchsetzungsfähig ist (Toe-gel bedeutet "Zehen-Schmalz"), heißen die Tögels fortan offiziell Togel was manchen Leuten immer noch nicht amerikanisch genug ist: Sie schreiben "Toggle".
Das Tagebuch ließt sich in den ersten Jahren wie ein Anker, um die eigene Identität zu wahren und sich selbst inmitten der Anonymität der Fremde Halt und Gestalt zu geben: ein Mittel gegen die Einsamkeit.
Doch mit der Zeit wird die Internet-Seite der Tögels berühmt, oft aufgerufen, preisgekrönt im "Focus", Gegenstand von Zeitungsberichten. Jamie wird älter, zwei weitere Kinder werden geboren. Tögel nennt die "vier Schritte der Auswanderung: Humor, Hooneymoon, Hate, Home" Humor, Flitterwochen, Hass, Heimat. "Ich befinde mich irgendwo zwischen der dritten und vierten Phase." Viele Fotografien zeigen Besucher im Hause Tögel: allesamt Verwandte und Freunde aus Deutschland. Irgendwann, im dritten oder vierten Jahr, tauchen die ersten Bilder von Kollegen und Bekannten aus Amerika auf. Der Wandel vollzieht sich allmählich, kaum merklich zu Anfang doch am Ende des Buches ist er vollzogen. Tögel stellt eine Liste zusammen mit typisch deutschen Dingen, die es in Amerika nicht gibt und "die ich nicht vermisse": zum Beispiel "Naturschützer, die gegen den Autobahnausbau sind".
Und dann hält Peter Tögel ein Plädoyer für den American Way of Life, das auch Tom Cruise in den letzten zehn Minuten eines Hollywood-Films verkünden könnte: "Die Phantasie sollte groß sein, ein Nein sollte es eigentlich nicht geben, und wenn etwas einmal unmöglich ist, dann kann es möglich werden. Auch Europa könnte das Land der unbegrenzten Möglichkeiten werden, es muss nur jeder mit ganzem Herzen dabei sein." Jeder kann es schaffen. Wers nicht schafft, ist selber Schuld. Die Tögels sind in Amerika angekommen.
"Briefe, die das Leben schrieb oder Der ganz normale Wahnsinn einer Auswandererfamilie" enthält einen Anhang mit vielen Tipps und Adressen für Auswanderer. Das Buch ist erschienen im Verlag Monsenstein und Vannerdat, ISBN 3-935363-17-6. Die Internet-Adresse der Tögels: www.togel.com
ZVW, Rems-Murr-Rundschau
Peter Schwarz
Buch der Woche: Briefe die das Leben schrieb oder
Der ganz normale Wahnsinn einer AuswandererfamilieWer den Alltag in den USA auf humorvolle Weise kennenlernen möchte, sollte sich von dem gerade erschienenen Buch der Auswanderer-Familie Tögel fesseln lassen. Auf 500 unterhaltsamen Seiten können Sie an deren Neuanfang in Denver teilhaben und sich von der Freude der Tögels am Leben, in den USA und generell, anstecken lassen. An diesem Buch werden nicht nur potentielle Auswanderer Spaß haben, sondern auch alle anderen USA-Fans, die einfach einmal in den Alltag dieses faszinierenden Landes eintauchen wollen. Wir hatten die Gelegenheit, Peter Tögel zu einigen seiner Amerika-Erfahrungen zu befragen:
"Wenn man es träumen kann, dann kann man es auch erreichen ..."
usabuch.com: Plötzlich vor die Wahl gestellt, ob du dein ganzes weiteres Leben in den USA oder in Deutschland wohnen möchtest, wie würdest du dich entscheiden?
Peter: Die Antwort ist eindeutig. Nachdem wir schon einmal im Jahr 1999 nach Deutschland zurückgekehrt sind - es aber nicht zum Aushalten war - würde ich mich für die USA entscheiden. Das Leben ist in den USA generell einfacher - vorausgesetzt man ist nicht arbeitsscheu.
usabuch.com: Wie würdest du die amerikanische Arbeitswelt beschreiben?
Peter: Wer in Amerika etwas erreichen will, der kann es immer noch zu etwas bringen. Ich selber habe z.B. keinen Universitätsabschluss, und trotzdem habe ich einen leitenden und gutbezahlten Job in einer Softwarefirma. Sicherlich hat man hier nicht die Sicherheit auch noch in fünf Jahren bei derselben Firma zu arbeiten, doch solche Zeiten sind in Europa auch vorbei. Man muss heutzutage eben ein wenig flexibel sein. Und je nach Staat gibt es hier auch Arbeitslosengeld im Falle des Falles. Wichtig ist hier eben wie man sich verkauft. Und wenn man es träumen kann, dann kann man es auch erreichen.
usabuch.com: Ihr habt drei Kinder. Ist Amerika ein kinderfreundliches Land?
Peter: In Colorado - wo wir leben - sind die Menschen in der Regel sehr kinderfreundlich. Da kommt es auch vor, dass z.B. ein Lehrer die Kinder in der Schule in den Arm nimmt. Schulen sind hier einfach mehr auf Kinder eingerichtet, nicht wie in Deutschland auf die Lehrer.
In den Restaurants sind sie auch viel besser auf Kinder eingestellt. Da gibt es Farben und Spielzeuge für Kinder. Da können sich die Restaurants in Deutschland noch eine Menge abschneiden.
Kinder werden hier mehr als Personen respektiert, nicht einfach wie lästige Zeitgenossen.usabuch.com: Apropos Service - der hat ja in den USA sowieso einen ganz anderen Stellenwert als in Deutschland ...
Peter: Ist das eine rhetorische Frage? :-) Viele Deutsche bezeichnen die amerikanische Kundenfreundlichkeit ja als falsch. Doch ich finde Amerika wesentlich erträglicher als Deutschland, wo man 5 Minuten vor Ladenschluss angemauzt wird, weil man den Laden so spät betritt. Hier schließen die Supermärkte erst gar nicht. Die Regale werden in der Nacht aufgefüllt, damit man mit den Paletten nicht den Kunden über den Haufen fährt. Und wer will, der kann hier auch noch um 2 Uhr morgens einkaufen. Hier freut man sich wenigstens noch, wenn ein Kunde Geld ausgeben will. Und die Angestellten des Supermarktes helfen gerne auch beim Einladen der Einkäufe ins Auto...
usabuch.com: Was gefällt dir an den USA am meisten?
Peter: Es ist für uns immer noch das Land der unbegrenzten Möglichkeiten. Und so unbegrenzt ist auch die Liste was uns hier am meisten gefällt. Die Möglichkeiten im Beruf, die Natur, die Menschen, das Wetter, die Technologie, sowie die Preise für meine Kleidergrößen. ;-)
usabuch.com
Das Interview führte Kai Blum
Besucht eine deutsche Familie in den USA
Genauer gesagt in Denver, Colorado. Nein, nicht per Flieger sondern per Explorer oder Navigator: Surft auf die Website der Tögels, eine Familie, die sich ihre eigene kleine feine Website gebastelt hat, die im Übrigen richtig professionell wirkt ...
... Hier erfahrt Ihr mehr über die Tögels. Und wenn die Euch nicht sonderlich interessieren, dann klickt auf den Link "Wohnzimmer", denn dort erwartet Euch Online-Fun.
So könnt Ihr hier zum Beispiel das "Tic Tac Tögel"-Spiel spielen oder Euch die Zeit mit der virtuellen Kaffeemaschine vertreiben. Sollte Euch aber die Geschichte der Tögels brennend interessieren - immerhin ist es nicht uninteressant, sich das Schicksal einer deutschen Familie in Amerika zu Gemüte zu führen - dann bietet diese Site unendlich viele Informationsquellen.
NBC Giga
Text: Melanie, Moderation: Sumitra
Familie Tögel
Familiengeschichten, Auswanderung, Heimweh...hier bekommt Ihr, neben netten Geschichten, viele Infos und Tipps rund um kürzere oder längere Aufenthalte in den Staaten!
WDR Eins Live
Buchtipp
Wer sich in den Dotcoms der Alten Welt nicht wohlfühlt, dem bleibt die Auswanderung in die Neue Welt! Peter & Conni Tögel haben genau dies gemacht und erzählen in Ihrem Buch "Briefe die das Leben schrieb oder: Der ganz normale Wahnsinn einer Auswanderer Familie" davon. Ab 08. Mai im Buchhandel oder beim Verlagshaus Monsenstein und Vannerdat unter mailto:vertrieb@mv-verlag.de!
manzato.de-News
Schwäbischer Denver-Clan im Internet
Familie Tögel aus Krehwinkel wanderte nach Amerika aus / Eigene Homepage mit weltweiter Fangemeinde
Rudersberg/Denver. Verstopfte Toiletten, zu hohe Telefonrechnungen und die neuesten Wörter von Kleinkind Holly: An den alltäglichen Sorgen und Freuden der Tögels kann die Internet-Gemeinde seit fast vier Jahren teilhaben. Nach der Auswanderung von Krehwinkel nach Denver richtete Vater Peter seiner Familie ein virtuelles Zuhause ein.
Im Dezember 1995 ist es so weit. Die Tögels packen ihre Sachen im Rems-Murr-Kreis und wandern in das ferne Denver im US-Staat Colorado aus. Peter Tögel überlegt sich, wie er den Kontakt in die Heimat aufrecht erhalten kann. Mit Computern kennt sich der 32-jährige Produktmanager bestens aus und so beschließt er, eine Homepage einzurichten. Fortan sind die Tögels nie mehr allein zu Hause.
Auf ihrer Web-Site führen die Tögels eine Art Auswanderungstagebuch. In regelmäßigen Abständen stellt Peter Rundbriefe über die ersten Erfahrungen der Familie in Amerika ins Netz. Die Rundbriefe halten Freunde, Bekannte und Verwandte auf dem Laufenden. Die Briefe sind derart informativ und unterhaltsam, dass sich nach und nach eine Fangemeinde bildet. Längst lesen nicht mehr nur Oma und Opa aus dem Remstal, was Peter, Conni und den Kindern in Übersee widerfährt. Es entwickelt sich eine regelrechte Familiensaga, von den Tögel-Fans aus der ganzen weiten Welt begeistert sind.
Auszug aus dem Rundbrief aus Denver vom 21. Januar 1996: "Auswandern und feststellen, dass die Frau, Tochter und die Kreditkarte noch dieselben sind, das Geschirr noch dasselbe ist und sogar mein neuer Chef..". An andere Stelle sorgt sich Tögel über einen nahenden Sturm:"Heute gab es Winde mit bis zu 50 mph - morgen sollen sie bis zu 75 mph werden. Weiß jemand, welche Geschwindigkeiten Holzhäuser vertragen?", fragt der Familienvater auf eine nicht ganz ernst zu nehmende Weise.
Auch wenn die Tögels gerade keine Abenteuer erleben, gibt es einen witzigen Rundbrief. Zur Einleitung heißt es dann etwa augenzwinkernd: "Eigentlich ist diese Woche nix passiert, aber wir wollen Euch trotzdem langweilen."
Auf der Homepage der Aussiedler-Familie gibt es aber nicht nur Rundbriefe. Internet-Surfer können auch einen Blick in das Wohnzimmer der Tögels werfen oder beim interaktiven Spiel "Tic Tac Tögel" mitmachen. Und wer Lust hat, schaut sich einen der kleinen Familienfilme an, die Peter Tögel ins Netz gestellt hat.
Von der Beliebtheit der Internet-Seiten zeugen die vielen Einträge im Gästebuch. Megabyteweise erhalten die Ex-Krehwinkeler aus der ganzen Welt Post. "Höchst informativ, spannend und gelegentlich sehr spaßig sind die Neuigkeiten, die wir zu lesen bekommen", schreibt Wolfram aus Berlin. Und Petra aus dem Sauerland hat es "suuuper" bei den virtuellen Tögels gefallen. Sogar ein Eintrag aus dem heimischen Krehwinkel findet sich. Timo freut sich über seinen Fund im Internet, kann er doch kaum fassen, dass er die Tögels nicht kennt. Aber egal, schließlich"ist Krehwinkel ja auch ein brutal großes Kaff", merkt Timo ironisch an.
Lob gibt es nicht nur von der Internet-Gemeinschaft. Auch die Fachpresse urteilt positiv. "Wer häufig bei den Tögels reinschaut, begibt sich in große Suchtgefahr", warnt der Stern-Web-Reporter. Focus Online hält die Homepage für eine der fünf besten in der Kategorie Unterhaltung, und das Internet-Magazin WebSzene lobt die originelle und optisch gut designte Homepage.
Die Tögelshaben ihrer Familiengeschichte jetzt ein neues Kapitel hinzugefügt. Aus beruflichen Gründen hat die Familie Denver kürzlich den Rücken gekehrt. "Die zweite Auswanderung", wie die Tögels es nennen. Schon jetzt vermissen sie amerikanische Hamburger in allen Versionen, Kühlschränke, in die sogar ein großes Glas MArmelade passt, und das US-Wetter, "das nicht nach Regenwurm riecht".
Die neue Heimat der Tögels liegt in Bayern. Grund genug also, um Freunde im immer noch fernen Remstal weiter mit Familien-Neuigkeiten zu versorgen. Und nicht zu vergessen die auf dem ganzen Globus verstreuten Fans. Die Tögels machen weiter. Und die lustigen Geschichten dürften nicht ausgehen: "Schließlich erwartet uns auch in Bayern ein Kulturschock."
Waiblinger Kreiszeitung
Volker Votsmeier
Surftip der Woche
Die Tögels im Internet
1995 wanderten die Tögels aus Krehfeld in Deutschland nach Denver aus. Im Prinzip nichts außergewöhnliches, aber die Tögels halten uns auf witzige und nicht immer ganz ernst zu nehmende Weise auf dem Laufenden.
Auf ihrer originellen und optisch gut designten Homepage erzählen sie in Rundbriefen über Ihre Erfahrungen im Land der unbegrenzten Möglichkeiten, gewähren Einblicke ins Wohnzimmer oder spielen mit Ihnen das interaktive Spiel "Tic Tac Tögel". Lust auf mehr? Dann lest doch selbst über die Problemchen einer deutschen Familie in Denver, vom Kindergeschrei bis zu verstopften Toiletten... Die Tögels im Internet
Internet-Magazin WebSzene