![]() |
|
Rundmail aus Colorado - Nr. 14 April, April! Es ist wieder so weit. Wir (Conni und Peter) haben wieder einen weiteren Hochzeitstag (1. April 1989) zum feiern. Deswegen geht Conni an dem Tag zum Zahnarzt und ich darf arbeiten.
Wir wohnen noch zusammen in einem Haus und unsere Kinder treiben uns immer noch gelegentlich zum Wahnsinn. Unsere alten Freunde in Deutschland haben uns vergessen, nur noch ein paar wenige tapfere Krieger rufen noch jedes Jahr einmal an. Und so unterhalten wir uns halt mit den Fernsehern, den Computern, dem Herd und - ach ja - unseren Kindern. Freunde? Ja, da haben wir auch ein paar. Allerdings besuchen uns zum Beispiel die von Denver immer nur im Hochsommer. In allen anderen Jahreszeiten wurden sie bisher immer vom Schnee überrascht. Und so kommen sie nur noch im Sommer vorbei. Zu den Themen:
Das Jahr 2002 ist schon zu einem Drittel um und die Wirtschaft zeigt erste Anzeichen eines Aufschwungs. Und so habe ich endlich angefangen, in meinen 401k Plan ein zu zahlen. Das ist so ein "Sparbuch" damit wir auch mal in Rente gehen können. Schließlich haben meine vergangenen Arbeitgeber uns nicht direkt zum Millionär gemacht. Bei Quark gab es viel Arbeit für wenig Geld, bei iTrade viele Optionen ohne Wert und bei ChannelPoint zu viele Angestellte für den Umsatz. So werde ich also zuerst einmal auf alle Spielsachen verzichten, die ich schon immer mal haben wollte. Schluchz! Aber wer braucht schon ein Xbox Videospielsystem? Ich meine außer Microsoft? Ich bin ja mal gespannt ob Microsoft den Kampf gegen Japan gewinnen kann. Schließlich werden die meisten und besten Spiele in Japan produziert. Und die Japaner wollen sicher die Sony Playstation 2 gewinnen sehen. Bin ich ein Japaner? ;-)
Na gut - auf alle Spielzeuge habe ich nicht verzichtet. Ich sitze jetzt an einem neuen Bei TeamShare geht es weiter bergauf. Zu den Kunden zählen inzwischen Dell, Hewlett-Packard, KPMG, CitiGroup, 3-Com® und Siemens. Für die Leser, die nicht wissen was TeamShare macht - TeamShare ist einer der führenden Software Hersteller im Bereich Bug Tracking, Defect Tracking, Change Management, Konfigurationsmanagement und Prozeßmanagement. Firmen ersetzen zum Beispiel Ihre Lotus Notes Installationen um die Prozesse mit TeamTrack besser zu steuern. Conni's Kunstwerke werden auch immer erfolgreicher. Ihre Kunst Auktionen auf eBay erreichen immer mehr Fans und brechen neue Preis Rekorde. Mehr Kunst Webseiten führen ihre Werke und neue Ausstellungen warten schon auf ihre Werke. Wenn es Dich interessiert, Beispiele gibt es jetzt auf "Charisma Art - Watercolor Painings by Conni Tögel" zu sehen. Den Trip habe ich natürlich alleine gemacht. Schließlich kann man viel mehr erleben, wenn man die Familie zu Hause lässt. (OK, ich war auf einer Geschäftsreise...) In Kalifornien gibt es jetzt Kneipen in denen man nur O2 einatmen kann. Ja, da gibt es kein Cola oder Bier - nur Sauerstoff. Und das schnaufen von Sauerstoff kostet natürlich Geld ($6 für 5 Minuten). Der Sauerstoff wird vom Container in Gläser geblubbert und von dort aus geht es mit einem Schlauch direkt in die Nase. Wow!
Vermutlich saugen die Barbesitzer auf diese Art auch das Gehirn der Besucher aus, die für so ein Mist bezahlen. Wohl bekommt's...
In Kalifornien habe ich dann auch endlich ein Hawaii Hemd gefunden, das selbst mir zu groß ist.
Na dann kann ich ja noch viel essen... ;-) Wo wir schon bei groß sind. Ich musste bei meinem Kalifornien Trip natürlich auch die Crystal Cathedral besuchen. Bekannt ist das Kirchlein auch von den Fernsehgottesdiensten unter dem Namen "Hour of Power".
Die "Kirche hat über 10,000 Fenster und hat Platz für fast 4000 Menschen. Man kann sich denken das der Gottesdienst bei der Größe nicht mehr groovt. Dementsprechend langweilig war es dann auch. Wenn man aber hier die Pastoren anschaut, war ich wohl nicht alleine... ;-)
Aber das wird wohl auch der Grund für das In-Car Worship Center der Crystal Cathedral sein. So kann man auf das Autoradio umschalten und grooven.... ;-) Genügend Sender mit christlicher Musik gibt es ja.
Und für die Leser, die nicht wissen wo sich die Crystal Cathedral befindet: Sie ist gerade mal
Das Schloss ist so klein, ich habe es fast übersehen. Kein Wunder hat Walt Disney nach dem Bau von Disneyland das Disney World in Florida gebaut. Das ganze in Kalifornien ist nämlich alles viel zu klein und voll. Unglaublich! Ich bin ja ein Disney Fan, aber das war wirklich nichts. Der einzige Vorteil von dem Besuch - ich habe jetzt alle Disney Parks besucht: Disneyland (zu klein), Disneyland Paris (zu dreckig), Tokyo Disneyland (echt sauber) und Walt Disney World (echt gut). Wollen wir mall hoffen, dass die neuen Parks nicht so schnell fertig werden. Sonst geht die Jagd weiter. Man redet ja schon von Hongkong... Annie, morgens in Conni's Bett: "Mami, soll i Buckel di kratz?" ("Soll ich dir den Rücken kratzen?") Holly, heute Mittag in der Mall, kurz vorm Friseurbesuch:" Mama, ich will eine Friseuse haben, die lange Haare hat, aber keine Brille" (Brillen findet sie hässlich, kurze Haare an Frauen auch, und blonde findet sie besonders toll, wenn sie Locken haben...) Holly, beim zürnen: "I want to do it mysmelf!" Annie am Ostermorgen, als sie Conni in einem Kleid sah: "Mommy, i like your dress. Are you getting married?" Die Kinder wachsen wie Unkraut. Und ehe wir uns umdrehen werden sie das Haus verlassen. Und das hätte gute und schlechte Seiten. Wenn ihr den Saustall im Esszimmer, Wohnzimmer und den Kinderzimmer sehen könntet, dazu noch ein Geschrei um 5 Uhr morgens mischen würdet, dann könnt Ihr euch die guten Seiten vorstellen. Als ob die Kinder und eine Horde Rinder jeden Morgen durch das Haus ziehen...
Jamie-Lee Ist inzwischen fast mit der dritten Klasse fertig - am Anfang des Jahres hatte sie ziemlich große Schwierigkeiten mit den anderen Kindern dort. Sie wurde viel geärgert von diversen Kids dort und wusste gar nicht wie ihr geschieht. Bis jetzt hatte sie immer schnell Freunde gefunden, dies ist jetzt für sie eine neue und gar nicht schöne Situation. Inzwischen macht sie jedoch bei einem "Freundeskreis" mit, bei dem die Schulpsychologin mit Kids, die mit Freundschaften Probleme haben spezifisch solche Probleme durchspricht und mögliche Verhaltensarten übt. Es geht jetzt schon viel besser, sie ruft jetzt auch nicht mehr jede Woche daheim an, um abgeholt zu werden weil sie " Bauchschmerzen" hat. Der Unterricht selber macht ihr viel Spaß - kein Wunder...ihr Projekt zur Zeit: Wagentreck spielen. Jedes der Kinder bekam eine Persönlichkeit, die sie darstellen (Jamie ist Arzt, mit Frau und 10-jährigem Kind, sowie 2 Zug-Ochsen für ihren Wagen). Dann mussten sie für ihre Reise eine "Packliste" für den Wagen zusammenstellen mit allen Notwendigkeiten, die sie für eine Reise von Pennsylvania nach Oregon brauchen würden. Danach müssen sie in ihrem jeweiligen "Wagentreck" ihre Route festlegen, mit genauen Abwägungen, welcher Weg sicherer ist, welcher länger ist, etc. Ihr Fortschritt wird an großen Landkarten mit Nadeln abgesteckt. Unterwegs wirft der Lehrer neue Situationen in den Raum: die Quelle auf ihrer Strecke ist vertrocknet, was machen sie nun? Indianer greifen an, was tun? Sie müssen dann zusammen mit ihren Mitreisenden entscheiden, was zu tun ist - im Zweifelsfall wird demokratisch abgestimmt. Gute Entscheidungen gibt "Energiepunkte", schlechte Entscheidungen führen zum Verlust von Energiepunkten oder sonstigen Schlechtigkeiten für den Wagenzug. Hört sich alles echt interessant an, und die Kids sind natürlich mit totaler Begeisterung dabei... Außerdem lernt sie seit einigen Wochen Flöte spielen, am 23. April hat sie ihr erstes Konzert in der Schule. Und eine Theateraufführung steht auch irgendwann demnächst an. Sie hat sich wieder etwas beruhigt - zur Zeit ist sie sehr umgänglich und es ist viel einfacher mit ihr auszukommen - ein richtiges Schätzle. Holly Holly macht sich wirklich gut in der Schule (Vorschule, hier Kindergarten genannt) - ihre Lehrerin ist ganz begeistert von ihr :o). Mit dem Schreiben und dem Lesen hapert es noch ein wenig, aber das liegt eher an ihrer mangelnden Motivation, als an der Intelligenz. Ab August wird sie am Französisch - Immersion Programm ihrer Schule teilnehmen. Da werden die Kids dann für den Rest der Grundschulzeit zur Hälfte in französisch unterrichtet, hauptsächlich in Mathematik und Science (eine Mischung aus Biologie, Erdkunde, Physik und Chemie).
Ansonsten entwickelt sich Holly immer mehr zur "Mutter Theresa" im Haus - sie versucht Streit zu schlichten, und es allen recht zu machen. Sie erinnert mich sehr an eine kleine Wald Fee, vom Wesen her und auch von ihrem zierlichen Aussehen her. Ein sehr lustiges Persönchen. Sie wird Anfang Mai mit Conni für 3 Wochen nach Deutschland reisen, um ihre Grosseltern zu besuchen. Ihr könnt auch ihre politische Laufbahn auf http://www.togelforpresident.com mitverfolgen wählen dürft ihr nur, wenn ihr dann auch die Leidtragenden eurer Wahl seid... Annie-Mae Annie wächst wie Unkraut. Inzwischen ist sie schon 2 1/2 Jahre alt, und - ganz wie ihre Mutter - ein Labersack. Sie holt kaum Luft, ohne irgendeinen Redeschwall draus zu machen. Sie nimmt uns den letzten Rest von Energie aus den Segeln, aber ist dabei wirklich süß, so dass man ihr eigentlich nicht böse sein kann. Und, nachdem wir erfolgreich zwei andere Kinder schon sauber bekommen haben, nehmen wir jetzt den dritten Anlauf...hiiiiiilfeeeee! Sie scheint sich ihre größte Schwester als Vorbild genommen zu haben, um die Sache so gut es geht zu erschweren...
Wie bei ihrer Mutter ist auch ihr künstlerischer Drang ziemlich ausgeprägt. Sie hat mittlerweile die Wände im ganzen Haus mit ihren Künsten verziert: in ihrem Zimmer ein abstraktes Werk in Mischtechnik (Wachsfarben, Bleistift, Marker und Aufkleber an der Wand.
Masse ca. 1m hoch auf
Es wird langsam Zeit, dass wir wieder umziehen, um ihr neuen Raum für ihre Kreativität zu geben. Und zwar schnell. Heute hat sie nämlich herausgefunden das man Ostereier (die echten mit dem Ei drin) alle gleichzeitig aufmachen kann und ein Eier Kunstwerk bauen kann. Nicht gut... Ostersonntag kam dann auch der von den Eltern langersehnte Tag: der Tag für das Ende der "Flasche-mit-Milch-füllen" und "ekelhafte-Gerüche-aus-Fläschchen-entfernen" - Zeit. Der nette Osterhasi fand einen von Annie-Mae gepackten Korb voller farbigen Fläschchen hinter dem Busch an der Ecke vom Haus.
Dafür fand Annie-Mae beim Eiersuchen einen Korb voller farbigen Sand-Spielsachen an derselben Stelle vor. Mal sehen, wie wir die nächsten 2 Wochen über die Runden bringen. Etwaige Anrufer werden gebeten, es leise klingeln zu lassen - wir schlafen..... Wenn man bedenkt, welchen Ruf Friseusen in Deutschland haben, dann wundert es einen echt, dass die nicht alle auswandern. Hier könnten wir gut welche gebrauchen, wie man sieht. Wir haben eine gefunden, die das einigermassen kann, aber wie das immer ist - sie zieht im Sommer hier weg, und unsere "Friseusen-Such-Odyssee" geht wieder von vorne los.
In der Zwischenzeit halten wir uns mit selber Haareschneiden und sehr schlechten "Cost-Cutter"-Schnitten über Wasser. Wenn euch also im Mai zwei Yetis am Frankfurter Flughafen entgegenkommen, dann rennt und rettet euch - und lasst sie nicht wieder los, bis ihr sie irgendwo angeschnallt in einem Friseurstuhl sitzen habt.... Anmerkung von Peter: Wer braucht schon einen Friseur.... Als Gegenmittel zum öden Gottesdienst in der Crystal Cathedral sind wir ein paar Wochen später hier in der Stadt in eine "Black Gospel Church" gegangen. Welch ein kulturelles Erlebnis. Von wegen, Amerika hat keine Kultur.... wenn Kultur nur mit "Museumsatmosphäre" und "Theaterstille" gleichgesetzt wird, dann hatte diese Kirche nicht einmal eine Spur von Kultur. LAUT! LAUT! LAUT! Die Einrichtung: LAUT! LAUT! LAUT! oder wie auch immer man rosafarbene mit Goldschnörkel Sofas, Kristall Leuchter, Hellblaue Vorhänge mit Bommeln dran und applizierten rosa Kreuzen drauf, und rotem Neon Kreuz über der Kanzel bezeichnet würde. Dazu addiere man die ganzen Glitzerklamotten im Michael Jackson Stil der Pastorin, und ihr habt ein ungefähres Bild der total "unkultivierten" Atmosphäre dort in der Kirche. Der Chor war der absolute Abräumer (was man so ungefähr an den Tanzgrooves der anderen Gottesdienstteilnehmer messen kann). Die Musik war so, wie man das von einem Black Gospel Gottesdienst eben erwartet - GROOOOOOOVT! Da wirkt Chorlight wie ein Chor des Altersheims Stiller Abendschein. Und obwohl wir den Gottesdienst wirklich toll fanden, werden wir dort vermutlich nicht allzuoft auftauchen - eine Gemeinde, die schon an der Eingangstür mit einem Plakat darauf hinweist, dass manche Kleidungsstile dort nicht akzeptabel sind (vor allem tiefe Ausschnitte bei Damenkleidern - gegen zu tiefe Ausschnitte bei Männern sagen sie natürlich nix..) hat schon irgendwie die falschen Prioritäten. Den Kindern hat's dort auch gar nicht gefallen, also geht auch unsere Gemeinde-Such-Odyssee weiter. Wir werden euch auf dem Laufenden halten... In letzter Zeit geht bei uns in der Beziehung öfters der Frosch rund: Conni besteht drauf, dass ich mehr Zeit für die Kinder aufbringe, ich wiederum finde es wichtiger dass die Kids sich selber beschäftigen. Deswegen hier jetzt meine Erziehungstipps (vielleicht werde ich ja mal so berühmt...):
So, das war es wohl mal wieder. Möge der Vatikan den Peter nicht zum neuen Papst erklären.... ;-) Peter, Conni, Jamie-Lee, Holly, Annie-Mae |