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Rundmail aus Colorado - Nr. 11 Lali Lalu! Oder wie wir hier in Colorado Springs sagen: "Job Ahoi"! Ja, "wir" sind mal wieder arbeitslos. Und wer unseren kostenlosen Newsletter abonniert hat, der weiß das natürlich schon.... Zu den Themen:
Wenn einer eine Reise tut, dann kann er was erleben. So kennen wir die alte Weisheit.... Doch was erlebt man als Peter Tögel, wenn man die alte Heimat besucht?
Was lernen wir also? Geht nie in den Urlaub. Euer Job kann einfach weg sein. Wenn ihr schon in den Urlaub geht, dann schaut Euch auch gleich nach einem frischen Job um. In der heutigen Wirtschaftslage kann es einen schneller treffen als man denkt. Hat jemand einen Job für mich? Informieren wollen wir Euch auch über das sinnlose E-mailen mit der TV Total Team Redaktion von Stefan Raab. Die scheinen uns noch nicht zu kennen...
Wenn Ihr also meint, dass wir einmal beim Raab im Studio sein sollten, dann müßt Ihr wohl einmal der Redaktion das ans Herz legen - wenn die so etwas haben. Namen scheinen die auf jeden Fall nicht zu haben. Hier ist auf jeden Fall die E-Mail Anschrift der Redaktion: tv total Team <fanpost@tvtotal.de>. Und wenn Ihr meint, wir sollten in Eurer Lieblings Show auftreten, dann schreibt an die Redaktion Eurer Lieblingssendung. Da wir jetzt arbeitslos sind, haben wir ja ein wenig Zeit dafür... ;-)
In einer der vergangenen Rundmails stellten wir Euch Steven Buxton vor. Steven hat dadurch eine Jenny aus Hamburg per E-Mail kennengelernt. Und weil Steven es nicht lassen konnte, sollen wir die Jenny in Hamburg auf diesem Wege grüßen. ;-) Wenn auch Ihr jemand grüßen wollt, dann könnt Ihr das zum Beispiel in unserem Gästebuch machen ... Lange haben wir es uns überlegt, jetzt haben wir sie im Test: Die Kopf Cam (Eine Kamera, die meine Frau auf dem Kopf mit sich herumträgt.) Leider haben wir noch Übertragungsprobleme, wir hoffen aber die Bilder auch bald in Echtzeit übertragen zu können. Hersteller und Sponsoren dieser Technologien können sich gerne bei uns melden. Hier aber die ersten Bilder....
Endlich sind die Kinder wieder in der Schule! Aber was heißt das für uns Eltern?
Vor lauter Urlaub wussten wir bereits nach zwei Wochen Schule nicht mehr wo uns der Kopf steht - deswegen flogen wir die Oma Lisa von Ohio (dort machen Conni's Eltern gerade wieder eine "Bettelmönchtour") zu uns nach Colorado Springs. Sie nahm drei Tage lang die Kids in ihre Obhut, damit wir zwei Beiden ein wenig aus dem Haus konnten. Wir mieteten uns in ein nettes Hotel in Cherry Creek in Denver ein und machten uns zwei nette Tage mit Museumsbesuch ("European Masterpieces", Denver Art Museum), schönes Abendessen (Macaroni Grill), Vergnügungsparkbesuch (Elitch Gardens Six Flags ) und Besuchen bei Freunden (Carol & Don, Simone & Christoph).
Am letzten Tag läutete morgens um 7:30 Uhr das Telephon - Schwiegermutter in Panik, weil das Wasser von gaaaaanz oben bis gaaaanz unten im Haus an den Wänden und Decken langlief. Und da die amerikanischen Häuser aus Holz, Pappe und Regips gebaut sind, werden die Decken mit der Zeit weich und lappig. Und so haben wir jetzt ein riesen Loch über dem Treppenhaus.
Damit ist der Swamp Cooler (So eine Art Klimaanlage ) außer Gefecht. Zum Glück bläst die frische Luft auch so durch das Dach durch das Loch ins Haus. Und zum Glück haben wir den Rückflug der "Oma" (auch von mir als Schwiegermutter bezeichnet) erst für den Samstag gebucht. So konnte sie den Baustaub (Isolierungs Material, Regips, Wasser, ...) auch gleich wieder vom Teppichboden der Treppe wegputzen. Hier seht Ihr ein Bild meiner Schwiegermutter nach ca. 2 Stunden Aufräumungsarbeiten....
Irgendwie will der Dreck nicht aus dem Teppich raus. Zum Glück war ich mit dem Fotografieren beschäftigt. So konnte ich nicht helfen. Aprospos nicht helfen. Wir haben festgestellt, daß solche Schäden von der normalen Hausversicherung abgedeckt sind. Mit einer "kleinen Selbstbeteiligung" bekommen wir jetzt frische Farbe im Wohnzimmer I, Wohnzimmer II, und im Treppenhaus. Auch nicht schlecht.... Während meiner Stellensuche hatte ich auch kurz ein Blick zu einem alten Arbeitsgeber geworfen. Aber wie schon ein leitender Mitarbeiter der Firma mir schrieb: "Ehrlich gesagt glaube ich nicht, dass eine Rückkehr so gut wäre (ich hätte natürlich keine Probleme mit Dir)." Inzwischen kann ich diese Auskunft verstehen. Im Denver Office wurden einige Mitarbeiter auf die Straße gesetzt. Und in Deutschland wurden 25 ehemalige Kollegen in die Freiheit entlassen, laut eines Informanten "einfach so, aus einer Fred Laune heraus, teilweise wahllos, weil wehrlos". Mein ehemaliges Produkt QuarkDMS war anscheinend mit 7 Leuten betroffen. Es hält sich ja hartnäckig das Gerücht, dass Quark Deutschland bald ganz dicht gemacht wird. Inzwischen wird anscheinend auch aktiv Know-How Transfer nach Indien betrieben. Und weil der Geschäftsführer in Deutschland nicht will, daß ich mit den Mitarbeitern im dt. Office kommuniziere, werden übrigens seit über 2 Jahren alle meine E-Mails von der Firewall gelöscht. Verschiedene Quellen berichten übrigens davon, daß der CEO Fred Ebrahimi jetzt schon persönlich am Eingang sitzt, um Mitarbeiter und ihre Arbeitszeiten zu kontrollieren. Und wer aus seiner Ansicht nicht genug Überstunden arbeitet, der soll auf der nächsten "Liste" stehen. Es gibt Mitarbeiter, die ihn mit Diktatoren aus dem Osten vergleichen. Schade eigentlich. Es hat sich halt nichts verändert... Die Weisheiten der Holly Tögel Holly, unsere in Denver geborene Tochter, macht weitere Fortschritte in ihren Aussagen und der politischen Zukunft. Und einige ihrer aktuellen Aussprüche haben wir einmal für die Nachwelt festgehalten... Beim Mittagessen begann sie plötzlich zu weinen. Auf die Frage, warum sie jetzt weint, antowortete sie: "I'm so sad that all these people died in New York. Just because of them, I can't watch Scooby-Doo any more, because they only show stupid stuff." "I know Genni. She is the girl that made me throw up!" Nachdem sie fünf minuten lang ihre kleine Schwester im Wäschekorb durchs Schlafzimmer schob: "Meine Kniee sind ganz außer Atem." Und weil die Holly jetzt schon für ihre Zukunft plant, bereitet sie jetzt schon ihre politische Karriere vor. Mehr dazu gibt es jetzt auf der neuen Seite von Holly Tögel: Solltet Ihr übrigens gute Ideen für die Politik der Zukunft haben, dann könnt Ihr Holly jetzt schreiben. Tipps und Wünsche werden von ihr auf "holly@togelforpresident.com" entgegen genommen. Ist schon ein nettes URL (www.move-back.com), das uns Markus Greiner zuschickte. Deutschland sucht anscheinend immer noch Fachkräfte im IT & Computer Bereich. Doch haben sich diese Firmen auch schon mal überlegt, warum die viele Menschen nicht in Deutschland arbeiten wollen? Da ich es natürlich nicht lassen konnte, habe ich bei dem Website Betreiber einmal nachgefragt, was es sich damit auf sich hat und ob mich jemand einstellen will. Die Antwort liess auch nicht lange auf sich warten...
Zwecks der Bewerbung bei den beteiligten Firmen - da sind wir schon bei dem ersten Problem. Deutsche Firmen sind nicht so locker und offen bei der Bewerbung. Das beginnt bei dem dt. Bewerbungs-Stil. USA = 1-3 Seiten ohne Bild und ohne Geburtsdatum, Deutschland 3+ Seiten incl. Bild und Geburtsdatum.... Ein Beispiel von T-Systems: "Ihr aktueller Lebenslauf mit Foto sowie Kopien der relevanten Zeugnisse (Schulabschlusszeugnis, Diplom, Praktikum, Zeugnisse früherer Arbeitgeber, Zertifikate wichtiger Weiterbildungsmaßnahmen). Vermitteln Sie uns in Ihrem Anschreiben ein klares und umfassendes Bild zu Ihrer Person, Motivation, Qualifikation und natürlich zu Ihrer beruflichen Zielsetzung. Erfahrungen und Kenntnisse in Fremdsprachen und IT-Skills sollten dabei detailliert beschrieben werden. Selbstverständlich können Sie in Ihrem Anschreiben auch geographische und branchenspezifische Präferenzen für bestimmte Lines of Business bzw. Lines of Services angeben." Seht Ihr die Unterschiede? Da steht dann zum Beispiel in der Anzeige bei Wüstenrot: "Ihr Studium der Fachrichtung Informatik, Mathematik, Wirtschaftsinformatik oder Statistik haben Sie erfolgreich abgeschlossen." Was, wenn man das Studium nicht abgeschlossen hat? Das hat in Deutschland zur Folge, dass man nur noch "Postbote" werden kann. Dann beachtet einmal den Stil, wie nach Arbeitsnehmern geworben wird. Bei Wüstenrot sieht man z.B. nur weiße, glückliche Leute. Da hat man noch nicht einmal was von anderen Hautfarben oder anderen Nationalitäten gehört. Das steht nicht gerade für Flexibilität. Und habt Ihr einmal die Interview Fragen in Deutschland mit den Fragen in den USA verglichen? Ich hatte einmal vor zwei Jahren eine Interview Tour gemacht. Ich habe zwar anschließend 5 Angebote erhalten, die Fragen der Firmen waren allerdings so persönlich und unverschämt, dass ich bei vielen Firmen am liebsten das Interview wieder verlassen hätte. Nichts desto Trotz habe ich mich also an die Empfehlung gehalten und beworben. Was glaubt Ihr was herauskam? Die Damen und Herren von Bosch können nicht einmal lesen.
Ich habe mich nämlich nicht für ein "Engineering Job" beworben, sondern für das "Produkt Management"... Wenn jetzt also ein Manager noch einen guten Produkt Manager braucht, dann kann es sich gerne bei mir melden. Schließlich ist es hier zu Hause zu langweilig.... Und zum Schluss noch unsere Gedanken zum 11. September 2001. Wie sicher jeder mitbekommen hat, wurde in den USA ein grausamen Anschlag auf die Weltgemeinschaft ausgeführt. Die Bilder habt Ihr sicher zur Genüge gesehen, die brauchen wir hier nicht wiederholen.
Doch wie sehen es die Menschen hier? Es ist schon ein Phänomen die Menschen stehen seit dem Angriff total hinter der Regierung. Selbst die Opposition steht hier hinter Bush. Das wäre in Deutschland vermutlich anders abgelaufen. Vermutlich seht Ihr in Deutschland hauptsächlich Bilder und Kommentare, die irgendwelche fanatische Amerikaner zeigen, die USA, USA, USA schreien. Ist aber hier wirklich so, dass alle zusammenhalten: die Kritik an der Führung kommt dann wahrscheinlich erst in ein paar Wochen. Die Leute haben alle ihre Ami-Flaggen gehisst (wir auch), gehen zu Gedenkgottesdiensten, spenden Blut, Zeug und Geld für die Opfer. Und die Helfer werden als lebensechte Helden gefeiert. Was man wahrscheinlich in den anderen Ländern nicht so sehr mitbekommt, sind die Geschichten hinter den Gesichtern der Angehörigen. Z.B. hatten sie gestern einen CEO (Chef) einer Firma auf Sendung, der 700 seiner Angestellten verloren hat. Er hat nur überlebt, weil er da gerade seinen kleinen Sohn zur Schule brachte. Er saß weinend vor der Kamera und konnte es nicht fassen, dass die Überlebenden der Firma gleich am nächsten Tag alle zur Arbeit kamen....aber nicht aus Ignoranz (wie jetzt viele vermuten würden) sondern um ein Zeichen zu setzen (Amerika ist stark, wir lassen uns nicht von denen klein kriegen). Es ist SEHR beeindruckend, welche Kraft die Leute hier trotz des Desasters ausstrahlen. Die Menschen tragen nicht schwarz, um ihre Trauer zu zeigen, sondern rot weiß blau, um ihr Mitgefühl mit den Angehörigen und ihre Resolution gegenüber den Terroristen zu zeigen. Und es sind nicht nur vereinzelte Menschen, die Nationalfarben tragen, sondern ALLE! Die meisten haben sicherlich Bedenken, ob man nun auch das richtige Land angreifen wird, aber da trauen sie der Regierung, dass die schon die richtigen erwischen wird. An der Richtigkeit eines Angriffs zweifelt aber fast keiner die meisten wollen, dass die Übeltäter bestraft werden. (diesen Angriff kann man ja auch schlecht einfach so stehen lassen sonst versucht's Morgen ein Anderer auf andere Weise woanders). Wir haben auch schon Meinungen von Deutschen gehört, die USA sei ja selber Schuld an dem geschehen....da fehlen uns die Worte. Aber wir könnten uns denken, dass viele in Deutschland so denken (man neigt dort ja viel schneller zu Verurteilungen von anderen und deren Aktionen, ohne die wahren Hintergründe zu kennen einer der Gründe, warum wir dort auch wegwollten...). Auf jeden Fall sind wir gespannt, wie das ganze sich weiterentwickeln wird. Angst haben wir natürlich auch wer will schon an einem Krieg teilhaben, noch dazu wenn man in der Nähe von NORAD (die amerikanische Schalt- und Waltzentrale der Armee) wohnt. Interessant ist, wann die Weltgemeinschaft diesen Krieg gewonnen hat. Wie wird man wissen wann man alle Terroristen hat? Und wie lange werden die Terroristen brauchen, bis sie biologische Kampfmittel einsetzen? Fragen über Fragen ....
Und damit verabschieden wir uns aus dem sonnigen Colorado Springs mit dem Loch in der Decke, um es mit den Worten Michael Jackson's zu sagen: "What more can I give?" Peter, Conni, Jamie-Lee, Holly, und Annie-Mae |