The Tögel Family - Life On The World Wide Web - Auswanderung in die USA

    Rundmail aus Denver - Nr. 44

    Uuaaaaaaaaaaaaah,

    eigentlich sollte ich jetzt eigentlich in das Bett gehen. Doch ich sitze mal wieder vor dem Computer und gähne dem Morgen entgegen. Warum? Das würde ich auch mal gerne wissen. Doch hier sind die Themen dieser Rundmail:


    • Die neue Geschäftsidee
    • Transscripts zum Nachspielen
    • Kunstwerke der Familie Tögel
    • Thanksgiving
    • Connis neuer Job
    • Die drei Jahre


    Die neue Geschäftsidee

    Da uns bei steigenden Preisen hier so langsam das Geld knapp wird, sind Conni und ich derzeit auf der Suche nach einer Geschäftsidee, bei der wir richtig absahnen können, aber nicht unbedingt viel tun müssen. Letzteres ist wichtig, damit wir unsere "Nebenbeschäftigungen" wie z.B. "Produkt Management" und "Professionelle Hausfrau" weiter ausführen können.

    Eine der ersten Ideen ist der Verkauf von Feiertagen. Nach unseren Untersuchungen könnte nämlich fast jeder Bewohner dieser Erde noch den einen oder anderen Feiertag gebrauchen. Wie immer gibt es aber von dieser Ressource zu wenig.

    So gehen wir also zu der Produktion und dem Verkauf von Feiertagen über. Und hier sind unsere ersten Artikel:

      Schuhplattler Gedenktag
      Dieser Feiertag ist ein Tag lang und befindet sich an einem Montag Deiner Wahl.
      Preis: DM 100.-

      Dilbert Gedenktag
      Dieser Feiertag ist für die Arbeitnehmer in der Computerwelt, liegt am 1. Januar und ermöglicht einen Tag mit der Familie.
      Preis: DM 80.-

      Bewerbungs Gedenktag
      Dieser Feiertag gibt dem Angestellten die Möglichkeit sich nach einem neuen Job umzusehen. Er kann an einem beliebigen Werktag stattfinden und wird von Pater Peter gerne bestätigt.
      Preis: DM 120.-

      Tag der deutschen Reinheit
      Dieser Feiertag gibt den deutschen Bewohnern endlich eine geregelte Zeit, ihre Kehrwoche zu erledigen. Anstatt das alle paar Wochen zu tun, wird die Kehrwoche einmal im Jahr gemacht.
      Preis: DM 499.-

      Weihnachtsbonus Gedenktag
      Dieser Feiertag gibt den Angestellten großer Softwarefirmen die Gelegenheit ihres Weihnachtsbonuses zu gedenken, den sie eigentlich (wie der Name schon besagt) zu Weihnachten erwartet hätten, aber erst zu Ostern bekommen.
      Preis: DM 0.99

    Solltet Ihr an dem einen oder anderen Feiertag Interesse haben, so schickt bitte eine E-Mail an Peter Tögel. Wir lassen Euch dann die Zahlungsbedingungen wissen. Die Web Seite zur Online-Bestellung und zum runterladen des Feiertages ist leider noch nicht fertig.


    Transscripts zum Nachspielen

    Wie bei den Fernsehsendungen gibt es jetzt auch bei der Familie Tögel eine Abschrift von den Szenen aus dem täglichen Leben.

    Peter, Jamie-Lee und Holly

    Erleben Sie hier die erste Folge:

    Szene 1

    Peter: "Holly, könntest Du beim Essen bitte den Finger aus der Nase nehmen?"
    Holly: "Nein, da sind riesengroße Buggers drin!"

    Holly

    Szene 2

    Jamie-Lee: "Du Mamma, da ist Blut an meinem Finger."
    Conni: "Ja was hast Du denn gemacht?"
    Jamie-Lee: "Ich weiß nicht. Aber das muss Blut sein , weil Ketchup haben wir schon lange nicht mehr gegessen!"

    Szene 3

    Holly: "I will Kaba."
    Conni: "Ess' zuerst Dein Essen, dann gibt es Kaba."
    Holly: "I will Kaba."
    Conni: "Hier ist dein Essen. Ess' das und dann bekommst Du deinen Kaba."
    Holly: "I will Kaba."
    Peter: "Es gibt jetzt keinen Kaba. Du kannst Apfelsaft haben".

    Holly

    Holly: "I will Kaba."
    Conni: "Siehst Du auf diesem Tisch Kaba? Ich nicht."
    Holly: "I will Kaba." Wäaaaaaaaaaaaaah!"
    Conni: "Ich möchte jetzt mein Essen essen!"
    Holly: "I will aber mein Kaba."
    Peter: "Wir können jetzt nicht nachgeben."
    Conni: "Brauchen wir auch nicht. Die soll ihr Essen essen."
    Holly: "I will Kaba."
    Conni: "Es ist doch erstaunlich, wieviel kaltes Essen eine Mutter essen kann. Komm her Holly. Möchtest Du mit mir essen?"
    Holly: "I will Kaba."

    Szene 4:

    Conni: "In der Küche sieht's ja wieder aus wie im Schweinestall."
    Peter: "Aber ich habe doch schon angefangen aufzuräumen."

    Szene 5:

    Conni: "Peter, wir müssen die Bude aufräumen, wir bekommen in einer halben Stunde Besuch. Vor allem das Bad muß man putzen, da sieht es arg übel aus."

    Eine halbe Stunde später

    Peter: "Aber ich habe doch schon angefangen aufzuräumen. Guck, ich habe schon den Papierkorb geleert und das Waschbecken ausgespült."

    Es klingelt, die Gäste sind hier.
    Das Bad sieht aus wie vorher.

    Szene 6:

    Peter: "Kann ich dir helfen, Jamie?"
    Jamie-Lee: "Wääääääääääääääääääääääääh!"


    Kunstwerke der Familie Tögel

    Wenn man hier einmal mit offenen Augen durch die Wohnung geht, dann muß man feststellen, daß wir hier sehr begabt sind. Eigentlich müssen wir nur noch einen Museumsdirektor finden, der uns den Kram abkauft.

    Hier ist nun eine kleine Online Ausstellung mit der Kunst aus dem Hause Tögel:

    Objekt 1871a

    Die Mutter

    Name: Die Mutter
    Künstler: Jamie-Lee
    Epoche: Der wilde November 1998

     

    Objekt 1871b

    Die Schlange

    Name: Die Schlange
    Künstler: Jamie-Lee
    Epoche: Der wilde November 1998

     

    Objekt 1871c

    Die Katze

    Name: Die Katze
    Künstler: Jamie-Lee
    Epoche: Der wilde November 1998

     

    Objekt 1871d

    Die Giraffe

    Name: Die Giraffe
    Künstler: Jamie-Lee
    Epoche: Der wilde November 1998

     

    Objekt 1871e

    Das Haus und die Sonnenblume

    Name: Das Haus und die Sonnenblume
    Künstler: Jamie-Lee
    Epoche: Der wilde November 1998

     

    Objekt 1875z

    El Pinguini

    Name: El Pinguini
    Künstler: Jamie-Lee
    Epoche: Das wilde Frühjahr 1998

     

    Objekt 1877z

    Nutella und ein Teller

    Name: Nutella und ein Teller
    Künstler: Jamie
    Epoche: Nach dem Hunger

     

    Objekt 1878f

    Bill Clinton

    Name: Bill Clinton
    Künstler: Unbekannt ;-)
    Epoche: Nach der Fernsehansprache

     

    Objekt 1827d

    Die Fledermaus aus Nutella Toast

    Name: Die Fledermaus aus Nutella Toast
    Künstler: Holly Tögel
    Epoche: Frühstückstisch

     

    Objekt 2193b

    Die Hochzeit der toten Spinnen

    Name: Die Hochzeit der toten Spinnen
    Künstler: Peter Tögel
    Epoche: Nach dem Spinnenspray

     

    Objekt 3377a

    Die einarmige Puppi

    Name: Die einarmige Puppi
    Künstler: Snuffy
    Epoche: Nach dem Hunger

     

    Objekt 7877f

    Der Sockenwitwer

    Name: Der tote Sockenwitwer
    Künstler: Snuffy
    Epoche: Nach dem Hunger


    Thanksgiving

    Die Wochen vor Thanksgiving hatten wir ein wenig dt. Wetter. Es hagelte Taubeneier.

    Taubeneier

    Und dann stand wieder der beliebte Feiertag ins Haus. Es war Thanksgiving, und für diesem Tag sterben in Amerika so viele Truthähne wie noch nie - um eine kleine Zahl zu nennen - ungefähr 97 Millionen Truthähne (lt. World Turkey Magazine). Deswegen ist dieser Tag auch besser unter dem Namen "Turkey Day" bekannt.

    Da stellt sich natürlich die Nebenfrage ob der Name des Landes Türkei (Turkey) nach dem Truthahn (Turkey) benannt worden ist.

    Wir haben auf jeden Fall in diesem Jahr einen Truthahn kostenlos im King Soopers (unserem Supermarkt) bekommen. Conni hat die Innereien dieses Jahr sogar vor dem Braten gefunden und damit bestand für unsere Gäste, Christoph und Simone (Auswanderer aus Deutschland, die es ebenso nach Denver verschlagen hat), eine Chance das Festessen zu überleben.

    Christoph .......Simone

    Hier das Menu:

    • Truthahn
    • Rosmarinfüllung
    • Orangen/Preiselbeersauce
    • Selbstgestampfter Kartoffelbrei
    • Sweet Potato Auflauf mit Pecans und braunem Zucker
    • Grüne Bohnen mit gerösteten Mandeln
    • Kürbis Kuchen
    • Obst Salat

    Das Essen war also gar nicht mal soooo schlecht. Kommen wir zum Ambiente. Da Jamie den Tisch deckte, bekam jeder nur einen Löffel und eine Gabel, sowie einen Plastikbecher zum trinken. Messer und Servietten gab es keine.

    Als dann alle endlich am Tisch saßen, verkündete Holly dieses:"Mami, Holly 'tinkt!" (Heißt so viel wie Holly stinkt!)

    Nach dieser Episode war's dann auch schon Zeit den Vogel aus dem Ofen zu holen. Nach 5 Stunden brutzeln hätte er eigentlich schon am Rande des austrocknens sein müssen. Natürlich war's ein geschenkter, deswegen war er natürlich noch nicht durch.

    Peter, der gute, schob den Truthahn sofort wieder in den Ofen. Und, damit er auch ja fertig wird, stellt Peter die Temperatur auf 350 Grad C. Innerhalb kürzester Zeit verwandelte sich der vorher halb verfrorene Gockel in ein Elend mit argem Sonnenbrand und konnte gerade noch rechtzeitig vor dem endgültigen verkokeln aus seiner Misere befreit werden. Zum Glück war der Puter noch genießbar, wenn auch das andere Essen bereits kalt war.

    Entgegen ihrer sonstigen Gewohnheit, brauchten die Mädchen an diesem Abend eine dreiviertel Ewigkeit, bis sie ruhig in ihrem Bett lagen. Sie stellten einen neuen Rekord in "Mama, ich will was trinken"- brüllen auf.

    Das erstaunlichste dieses Abends ist die Tatsache, daß unsere Gäste sich sogar bei uns für den netten Abend bedankt haben (mal ehrlich Simone & Christoph, so arg nett war's für euch dann auch wieder nicht. Nicht mal wir finden's bei uns nett.). Vielleicht war auch der Begriff "nett" misinterpretiert von den Beiden. Hier nochmals die genaue Definition: nett - nice, hübsch, schön.

    In der von Christoph und Simone verwendeten Form bedeutet "nett" jedoch Folgendes: nett - grauenhaft chaotisch, schrecklicher Tumult, widerwärtiges Durcheinander, furchtbarer Aufruhr, entsetzliches Inferno - vielleicht besser einfach als "tögelig" definiert. Wir haben den Beiden versprochen, den Kindern nächstes Mal das eine oder andere "Tröpfchen" zu geben, damit man sich auch mal in Ruhe unterhalten kann und auch einmal mit Messer und Gabel essen kann.

    Auch der Hund hatte die Gelegenheit ein wenig von der Festtagsstimmung mitzuerleben. Seine Reaktion: sich einfach totstellen. (Anm. d. Ehefrau: das mache ich nächstes Jahr auch...)

    Snuffy

     

    Der Freitag nach Thanksgiving ist dann der Tag der Macy's Thanksgiving Day Parade in New York und wie üblich der schlimmste Einkaufstag in Amerika. Man sagt es war so voll, daß Dr. Jack Kevorkian (Der "Sterbehelfer" der Nation) jemanden umgebracht hat, nur um einen Parkplatz zu bekommen.

    Natürlich bin auch ich in den Laden gesprungen um zu sehen was ich mir nicht leisten kann. So gab es 13" Farbfernseher und Videorecorder für nur jeweils $89.- . Für die Kinder gab es batteriebetriebene Autos (eine moderne Art des Go-Cart) für $88.-. Diese Autos sind so funktionstüchtig, daß sie jederzeit ein Wettrennen gegen unseren Chevrolet gewinnen würden.

    Es war so voll, man wurde wie bei einem Punk Konzert herumgeschoben, begrabscht und vermischt. Ich glaube ich gehe das nächste Jahr wieder hin.

    Und dann ist da noch eine wahre Geschichte aus dem Leben eines Straftäters, der zum Tode verurteilt worden war. Der brach an Thanksgiving aus einem Gefängnis in Texas aus. Heute hat man ihn gefunden – tot. Welch ein sinnvoller Ausbruch das war...


    Connis neuer Job

    Conni hat seit einer Woche einen neuen Teilzeitjob um unser Gehalt aufzubessern (Anm. d. Ehefrau: eher um meine Ruhe zu haben).

    Ihr Chef hat sich auf Grundstücke in den Rocky Mountains spezialisiert. Die Preise liegen zwischen $20,000 und $8,000,000, also für den durchschnittlichen deutschen Haushalt gut erschwinglich (kostet weniger als ein neuer Golf...). Die Grundstücke haben fast ausnahmslos atemberaubende Aussichten und da Grundstückspreise in den Bergen tierisch am steigen sind ist das eine gute Geldanlage (haben wir gehört, Ahnung von Geld haben wir Tögels in Denver ja nicht).

    Mountain Properties

    Ethan (der Chef) hat auch eine Homepage (die allerdings noch in der Bauphase ist und von irgendeinem HiWi programmiert wurde und dementsprechend aussieht), da könnt ihr auch Infos anfordern und die aktuellen Preise sehen. Hier ist das URL: http://www.mountainprop.com. Allerdings dort nur in Englisch. Solltet Ihr der englischen Sprache nicht mächtig sein, könnt ihr auch Conni eine E-Mail schreiben, die leitet das dann an Ethan weiter (ctogel@aol.com).

     


    Die drei Jahre

    Ja, wir feiern am 8. Dezember 1998 unser dreijähriges Amerika Jubiläum. Das bedeutet drei Jahre...

    • Hamburger für 29 Cents
    • kaum Urlaub
    • jeden Abend mit David Letterman
    • billig telefonieren
    • Schokoladenentzug
    • amerikanische Fernsehprediger
    • mit Menschen, die Thomas Gottschalk, Karl Dall und Mike Krüger nicht kennen (Anm. d. Ehefrau: oder nicht kennen wollen ...)
    • immer noch nicht Disneyland in L.A. besucht zu haben. Alle anderen Disney Parks (Tokyo, Paris und Orlando) kenne ich schon. Doch für Flüge der Familie reicht mein Gehalt nicht (und der nicht eingetroffene Weihnachtsbonus schon gar nicht...).
    • ohne Omas und Opas in der Nähe
    • ohne deutsches Nieselwetter drei Wochen am Stück
    • Sommer der nicht nur "Sommer" heisst, sondern in dem auch wirklich Sommer ist
    • Winter, die nicht nur aus Matsch, Niesel und Kaltwetter bestehen
    • Weihnachten ohne Eltern
    • selbständig schalten und walten (und Chaos verursachen)
    • ohne schlechten deutschen Humor (obwohl wir nicht ganz davor verschont bleiben, da viele ihre Witze per Email verschicken...)
    • ohne Kehrwoche (äääächz, Entzugserscheinungen, röchel....)
    • ohne Müllsortieren (äääächz, röchel, jammer, leid', japs,....)
    • ohne Grillparties bei Schlappa's (na gut, vielleicht wars auch nur ein Jahr ohne Grillparties bei Schlappas, da sieht man mal wie sehr uns das fehlt...)
    • fast ohne Post aus Deutschland (auch wenn Peter gerne Emails bekommt, Conni mag richtige Briefe auf richtigem Papier, die halten länger. Die werden auch beantwortet, fragt sich nur, wann.)
    • mit Post aus Deutschland mit Bildern (danke Birgit), Schecks (danke, Dad), Geld (danke, Miauoma), Gummibärla und Duplos (danke, Oma), Flugtickets (danke, Maaadin!!), Weihnachtskarten, Geburtstagskarten, Päckchen aller Art, Schokolade, Osterhasen, Kleidern für die Kids, Büchern, etc., etc., etc..
    • ohne reinschneiende Verwandte am Sonntagnachmittag (wir sind uns noch nicht einig, ob das positiv oder negativ ist...)
    • Rundmails schreiben, die das Leben diktierte und die den Rest der Welt langweilen.


    So, das war es mal wieder. Das nächste Mal berichten wir dann von einer Pilgerfahrt zu den Wallfahrtsorten in Silicon Valley.

    Und wir berichten von netten Arbeitskollegen und deren Angebote an mich, die Veröffentlichung dieser Bilder zu verhindern. Hier ist eines der ersten Bilder...

    Eric Lindberg
    Eric Lindberg

     

    Bis zum nächsten Mal...

    Peter, Conni, Jamie-Lee, Holly und "Wuuuuuuuuuuff"

    04.12.1998